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Ratgeber

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

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Ja, meist hat sich ein Balkonkraftwerk nach 3 bis 5 Jahren bezahlt gemacht. Ein Modul mit 400 Watt liefert senkrecht an einem Südbalkon ohne Schatten etwa 280 Kilowattstunden im Jahr, davon nutzen Sie rund 200 selbst. Bei 37 Cent Strompreis spart das rund 74 Euro im Jahr. Schatten und eine Ausrichtung nach Norden machen die Rechnung kaputt.

Bezahlt gemacht meist nach
3 bis 5 Jahren
Verbraucherzentrale, Stand 24. Juli 2026
Ertrag eines Moduls mit 400 Watt
rund 280 kWh im Jahr
Verbraucherzentrale, senkrecht am Südbalkon, Stand 24. Juli 2026
Geld für eingespeisten Strom
0 Cent
Verbraucherzentrale, unentgeltliche Abnahme, Stand 24. Juli 2026
Zwei Solarmodule an einer sonnigen Balkonbrüstung, ein Kabel führt zu einer Außensteckdose.
Ein Balkonkraftwerk hat sich meist nach drei bis fünf Jahren bezahlt gemacht. Bild: KI generiert.

Wann sich ein Balkonkraftwerk bezahlt macht

Ein Balkonkraftwerk kostet einige Hundert Euro und senkt Ihre Stromrechnung jedes Jahr ein Stück. Nach der Verbraucherzentrale hat es sich in der Regel nach drei bis fünf Jahren bezahlt gemacht. Danach spart es weiter, solange Module und Wechselrichter laufen.

Ein Gerät mit zwei Standardmodulen kostet online und im Baumarkt 200 bis 300 Euro. Das Montagematerial ist meist nicht dabei, je Modul kommen 50 bis 100 Euro hinzu. Auf den Kauf zahlen Sie keine Umsatzsteuer.

Was ein Balkonkraftwerk im Jahr spart

Die Verbraucherzentrale rechnet mit einem Modul mit 400 Watt, das senkrecht und ohne Schatten an einem Südbalkon hängt. Es liefert etwa 280 Kilowattstunden im Jahr. Davon nutzt ein Haushalt rund 200 Kilowattstunden selbst, der Rest fließt ins Netz. Das ist etwa so viel, wie Kühlschrank und Spülmaschine eines Haushalts mit zwei Personen im Jahr brauchen.

Bei 37 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnittspreis 2026, sparen 200 Kilowattstunden rund 74 Euro im Jahr. Hängt dasselbe Modul nicht senkrecht, sondern mit 30 Grad Neigung nach Süden, liefert es rund 400 Kilowattstunden. Wie viel davon Sie selbst nutzen, hängt aber an Ihrem Verbrauch.

Ertrag eines Moduls mit 400 Watt ohne Schatten je nach Montage. Quellen: Verbraucherzentrale, Fraunhofer ISE.
MontageErtrag im JahrHinweis
nach Süden, 30 Grad geneigtrund 400 Kilowattstundenhöchster Ertrag, etwa auf Garage oder Terrasse
senkrecht an einem Südbalkonrund 280 Kilowattstundenweniger im Sommer, mehr nutzbar im Winter
zwischen Nordost und Nordwestnicht geeignetzu wenig Sonne

Für eingespeisten Strom bekommen Sie nichts. Balkonkraftwerke laufen in der unentgeltlichen Abnahme, der Netzbetreiber nimmt den Überschuss ohne Bezahlung. Deshalb zählt nur der Strom, den Sie selbst verbrauchen.

Wovon die Ersparnis des Balkonkraftwerks abhängt

  • Ihr Verbrauch am Tag: Ein Balkonkraftwerk deckt vor allem den Strom, den Ihr Haushalt ständig braucht, etwa für Kühlschrank und Router. Wer tagsüber zu Hause ist, nutzt mehr.
  • Schatten: Schon wenige Prozent Schatten auf einem Modul können die Leistung um mehr als die Hälfte senken. Ein kleineres Modul ohne Schatten bringt mehr als ein großes mit Schatten in einer Ecke.
  • Ausrichtung: Am besten ist eine freie Fläche zwischen Südost und Südwest. Senkrecht an der Brüstung gibt es weniger Spitzen im Sommer und mehr nutzbaren Strom im Winter.
  • Strompreis: Je teurer Ihr Strom, desto schneller rechnet sich das Gerät.

Ungeeignet sind die Nische hinter der Brüstung, die Wand unter dem Balkon darüber und Plätze im Schatten von Bäumen, Laternen oder Nachbarhäusern. Punktuelle Verschmutzung wie Vogelkot oder ein Blatt kostet viel Ertrag, Pollen dagegen kaum.

Ein oder zwei Module am Balkon

Wollen Sie möglichst viel selbst nutzen und kaum einspeisen, empfiehlt die Verbraucherzentrale ein Standardmodul mit 450 bis 500 Watt. Wollen Sie mehr Strom erzeugen, kommen zwei Module infrage. Dann geht an sonnigen Mittagen mehr ungenutzt ins Netz.

Vier Module bringen ihren Vorteil vor allem bei Wolken und am Morgen und Abend. Zwei zusätzliche Module kosten meist 100 bis 200 Euro mehr. Ab 960 Watt Modulleistung brauchen Sie aber eine spezielle Einspeisesteckdose, die ein Elektriker setzt. Diese Kosten gehören in die Rechnung.

So prüfen Sie, ob sich Ihr Balkonkraftwerk lohnt

  1. Prüfen Sie, ob Ihr Balkon oder Ihre Terrasse zwischen Südost und Südwest zeigt und den ganzen Tag frei von Schatten ist.
  2. Klären Sie bei einer Mietwohnung die Zustimmung des Vermieters, bevor Sie kaufen.
  3. Schauen Sie auf Ihrer Stromrechnung nach Ihrem Preis je Kilowattstunde.
  4. Rechnen Sie Gerät und Halterung zusammen und teilen Sie den Betrag durch die Ersparnis im Jahr.
  5. Wählen Sie ein Gerät, das die Produktnorm für Balkonkraftwerke einhält, und höchstens 800 Watt am Wechselrichter.

Ob ein Speicher die Rechnung verbessert, erklärt der Ratgeber zum Balkonkraftwerk mit Speicher. Wann eine Dachanlage statt des Balkonkraftwerks die bessere Wahl ist, zeigt der Ratgeber Balkonkraftwerk oder Dachanlage.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk finanziell?

Ja, ein Balkonkraftwerk lohnt sich meist und hat sich nach 3 bis 5 Jahren bezahlt gemacht. Voraussetzung ist ein Platz ohne Schatten zwischen Südost und Südwest. Danach spart es jedes Jahr weiter.

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk im Jahr?

Ein Balkonkraftwerk mit einem 400-Watt-Modul erzeugt senkrecht an einem Südbalkon etwa 280 Kilowattstunden im Jahr. Mit 30 Grad Neigung nach Süden sind es rund 400 Kilowattstunden. Schatten senkt den Ertrag stark.

Wie viel spart ein Balkonkraftwerk im Jahr?

Ein Balkonkraftwerk mit einem 400-Watt-Modul spart bei 37 Cent Strompreis rund 74 Euro im Jahr. Dabei nutzen Sie etwa 200 Kilowattstunden selbst. Eingespeister Strom bringt kein Geld.

Bekomme ich Geld für den Strom, den mein Balkonkraftwerk ins Netz einspeist?

Nein, für Strom, den Ihr Balkonkraftwerk einspeist, bekommen Sie kein Geld. Balkonkraftwerke laufen in der unentgeltlichen Abnahme. Es zählt nur der Strom, den Sie selbst verbrauchen.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auf einem Nordbalkon?

Nein, auf einem Nordbalkon lohnt sich ein Balkonkraftwerk nicht. Flächen zwischen Nordost und Nordwest bekommen zu wenig Sonne. Prüfen Sie stattdessen Garage, Terrasse oder Garten.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Steckersolar, Solarstrom vom Balkon direkt in die Steckdose, Ertrag, Preise, Amortisation und ungeeignete Montageorte, Stand 24. Juli 2026, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,
  2. FAQ zu Steckersolar-Geräten, Ertrag bei Südausrichtung und 30 Grad Neigung, Stand 6. März 2026, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen,
  3. BDEW-Strompreisanalyse, Durchschnittlicher Strompreis für Haushalte 2026, Stand 21. August 2026, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW),
  4. Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung vom 20. August 2026, Abschnitt 16.1.2 Vertikale Südfassade, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE,
  5. Stecker-Solar-Simulator, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme,

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.