Warum die Solaranlage bei Stromausfall abschaltet
Eine Solaranlage ohne Notstromfunktion arbeitet nur, solange das Stromnetz Spannung liefert. Fällt der Strom aus, schaltet der Wechselrichter ab, und die Anlage liefert keinen Strom mehr. Das gilt auch an einem sonnigen Tag und auch für ein Balkonkraftwerk.
Damit das Haus bei einem Ausfall weiter Strom bekommt, braucht es zwei Dinge. Erstens einen Speicher, denn nachts und bei Wolken fehlt sonst die Energie. Zweitens einen Wechselrichter oder Speicher, der das Haus vom Netz trennen und selbst versorgen kann. Diese Funktion gehört nur bei einigen Speichern zur Grundausstattung.
Notstrom und Ersatzstrom sind nicht dasselbe
Die Anbieter nennen drei Stufen. Sie unterscheiden sich darin, wie viel im Haus weiterläuft und wie schnell umgeschaltet wird. Je mehr die Funktion kann, desto höher ist der Aufpreis.
| Stufe | Was weiterläuft | Umschaltung |
|---|---|---|
| Notstromsteckdose | einige wenige Geräte an einer eigenen Steckdose am Speicher oder Wechselrichter | Sie stecken die Geräte um |
| Ersatzstrom | alle Geräte im Haus, soweit die Leistung reicht | automatisch, mit kurzer Unterbrechung |
| Ersatzstrom ohne Unterbrechung | alle Geräte im Haus, auch Computer laufen einfach weiter | so schnell, dass kein Gerät ausgeht |
Bei einzelnen Hybridwechselrichtern gibt es eine Notstromsteckdose, die auch ohne Batterie Strom liefert. Das klappt aber nur, solange genug Sonne auf die Module scheint, und reicht für wenige Geräte.
Wie viel Strom das Haus im Ersatzstrombetrieb bekommt
Im Ersatzstrombetrieb steht nie mehr Leistung zur Verfügung, als der Wechselrichter liefern kann. Die HTW Berlin hat 2026 Speichersysteme verglichen, die alle ersatzstromfähig waren. Geräte, die nur über eine Stromleitung liefern, schafften 4,6 bis 7,3 kW. Ein Gerät, das über alle drei Stromleitungen liefert, kam auf 12,5 kW.
Das reicht für den normalen Haushalt, aber nicht für alles gleichzeitig. Herd, Backofen, Toaster und Föhn zusammen können die Grenze sprengen. Ein Durchlauferhitzer läuft meist gar nicht. Ein Elektroauto sollten Sie während des Ausfalls nicht oder nur langsam laden.
Für fast alle Systeme braucht es zusätzliche Teile, etwa einen Schalter, der das Haus vom Netz trennt. Lassen Sie sich diese Teile im Angebot einzeln aufführen.
Was die Notstromfunktion kostet und wann sie sich lohnt
Die Notstromfunktion kostet meist einen Aufpreis von mehreren Hundert Euro. Ersatzstrom ohne Unterbrechung ist noch teurer. Wer die Funktion will, sollte den Speicher etwas größer planen, damit nach einem Abend noch Strom für den Ausfall übrig ist.
Dem steht ein seltenes Risiko gegenüber. Nach der Bundesnetzagentur fiel der Strom 2024 je Haushalt im Schnitt 11,7 Minuten aus, 2023 waren es 12,8 Minuten. Einen landesweiten Ausfall über Stunden oder Tage halten Bundesnetzagentur und Bundesregierung für äußerst unwahrscheinlich.
Finanztip hält die Funktion deshalb meist nicht für lohnend. Sinnvoll ist sie, wenn jemand im Haus auf Geräte angewiesen ist, die ständig Strom brauchen, etwa medizinische Geräte.
So planen Sie Notstrom mit Ihrem Solarteur
- Schreiben Sie auf, welche Geräte bei einem Ausfall laufen müssen und wie viel Leistung sie brauchen.
- Sagen Sie dem Solarteur klar, ob Sie eine Notstromsteckdose, Ersatzstrom oder Ersatzstrom ohne Unterbrechung wollen.
- Lassen Sie sich die höchste Leistung im Ersatzstrombetrieb nennen, und ob das System über eine oder drei Stromleitungen liefert.
- Fragen Sie, ob die Module den Speicher während des Ausfalls nachladen.
- Lassen Sie alle Zusatzteile und den Aufpreis für die Funktion getrennt im Angebot ausweisen.
Wie groß der Speicher grundsätzlich sein sollte, erklärt der Ratgeber zum Autarkiegrad mit Speicher. Welcher Wechselrichter zu Notstrom passt, steht im Ratgeber zum Wechselrichter bei Photovoltaik.
Häufige Fragen
Funktioniert meine Solaranlage bei Stromausfall?
Nein, eine normale Solaranlage schaltet bei Stromausfall ab, auch wenn die Sonne scheint. Sie braucht die Spannung aus dem Netz, um zu arbeiten. Nur mit Speicher und Notstrom- oder Ersatzstromfunktion bekommt das Haus weiter Strom.
Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?
Notstrom versorgt über eine eigene Steckdose nur einige Geräte. Ersatzstrom versorgt das ganze Haus und schaltet automatisch um. Bei Ersatzstrom ohne Unterbrechung laufen sogar Computer einfach weiter.
Was kostet eine Notstromfunktion für die Solaranlage?
Eine Notstromfunktion für die Solaranlage kostet meist mehrere Hundert Euro Aufpreis. Ersatzstrom ohne Unterbrechung ist teurer. Dazu kommen oft Zusatzteile wie ein Schalter, der das Haus vom Netz trennt.
Kann ich mit dem Balkonkraftwerk bei Stromausfall Strom nutzen?
Nein, ein Balkonkraftwerk schaltet bei Stromausfall ab. Sein Wechselrichter braucht die Verbindung zum Stromnetz. Nur manche Speicher für Balkonkraftwerke können bei Ausfall eigene Geräte versorgen.
Lohnt sich Notstrom bei Photovoltaik?
Für die meisten Haushalte lohnt sich Notstrom bei Photovoltaik nicht, denn der Strom fällt im Schnitt nur rund 12 Minuten im Jahr aus. Sinnvoll ist er, wenn jemand auf Geräte wie medizinische Geräte angewiesen ist. Planen Sie dann den Speicher etwas größer.
