Was es kostet, einen Stromspeicher nachzurüsten
Ein Batteriespeicher kostet mit Einbau derzeit etwa 300 bis 700 Euro je Kilowattstunde Speicherplatz, wenn er mindestens 5 Kilowattstunden fasst. Kleine Speicher sind je Kilowattstunde deutlich teurer als große. Kaufen Sie ihn zusammen mit einer neuen Anlage, ist er meist etwas günstiger als beim späteren Nachrüsten.
Wie stark der Preis mit der Größe fällt, zeigt der Preisindex der Verbraucherzentrale für Speicher, die mit einer Anlage gekauft wurden. Speicher mit 4 bis 6 Kilowattstunden kosten im Schnitt 510 Euro je Kilowattstunde, mit über 12 bis 16 Kilowattstunden nur 360 Euro. Ein Speicher mit 8 Kilowattstunden kommt so auf rund 3.840 Euro. Beim Nachrüsten liegt der Preis eher darüber.
| Speicherplatz | Preis je Kilowattstunde | Beispiel |
|---|---|---|
| 4 bis 6 Kilowattstunden | 510 Euro | 6 Kilowattstunden für 3.060 Euro |
| über 6 bis 8 Kilowattstunden | 480 Euro | 8 Kilowattstunden für 3.840 Euro |
| über 8 bis 10 Kilowattstunden | 410 Euro | 10 Kilowattstunden für 4.100 Euro |
| über 10 bis 12 Kilowattstunden | 390 Euro | 12 Kilowattstunden für 4.680 Euro |
| über 12 bis 16 Kilowattstunden | 360 Euro | 16 Kilowattstunden für 5.760 Euro |
Dazu können Kosten im Zählerschrank kommen, wenn er für den Speicher umgebaut werden muss. Fragen Sie Ihren Elektriker vor dem Angebot, ob Ihr Zählerschrank reicht, und lassen Sie sich diesen Posten getrennt ausweisen.
Welcher Speicher zu Ihrer Solaranlage passt
Die Module erzeugen Gleichstrom, im Haus fließt Wechselstrom. Der Wechselrichter wandelt das eine in das andere um. Beim Nachrüsten gibt es zwei Arten, einen Speicher anzuschließen, und die Wahl entscheidet darüber, ob Ihr alter Wechselrichter bleiben kann.
- Speicher mit eigenem Wechselrichter: Er hängt am Stromnetz im Haus, nimmt dort überschüssigen Solarstrom auf und gibt ihn abends wieder ab. Ihr alter Wechselrichter bleibt. Diese Art lässt sich am einfachsten nachrüsten.
- Speicher am Wechselrichter der Anlage: Der Solarstrom fließt fast direkt in die Batterie. Das braucht einen Hybridwechselrichter, an den Module und Speicher zugleich angeschlossen werden. Ein alter Wechselrichter muss dafür meist ausgetauscht werden.
Der Speicher direkt am Wechselrichter verliert etwas weniger Strom beim Umwandeln. Der Speicher mit eigenem Wechselrichter passt dafür zu fast jeder bestehenden Anlage. Steht bei Ihnen ohnehin ein neuer Wechselrichter an, kann ein Hybridwechselrichter mit Speicher die bessere Wahl sein.
Läuft Ihr Wechselrichter noch ohne Störungen?
Dann reicht meist ein Speicher mit eigenem Wechselrichter. Ihr Elektriker schließt ihn am Hausstrom an.
Dann prüfen Sie einen Hybridwechselrichter mit Speicher. So zahlen Sie den Austausch nur einmal.
Wie groß der nachgerüstete Speicher sein sollte
Die Verbraucherzentrale empfiehlt rund 1,5 Kilowattstunden Speicherplatz je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Bei kleinen Anlagen sollte der Speicher in Kilowattstunden nicht viel größer sein als die Leistung der Anlage in kWp. kWp steht für Kilowatt-Peak, die Spitzenleistung der Module.
Ein Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden Verbrauch und einer Anlage mit 5 kWp kommt so auf rund 7,5 Kilowattstunden. In der Praxis werden oft zu große Speicher eingebaut. Sie stehen dann lange halb voll oder voll, das lässt sie schneller altern und kostet Geld für Platz, den niemand nutzt.
Wie Sie die Größe für Ihren Haushalt genau ausrechnen, erklärt der Ratgeber zum Autarkiegrad mit Speicher.
Wann sich ein Stromspeicher nachträglich lohnt
Ein Speicher rechnet sich über den Unterschied zwischen zwei Preisen. Strom aus dem Netz kostet einen Haushalt 2026 im Schnitt 37 Cent je Kilowattstunde. Für eingespeisten Strom bekommt eine neue Anlage bis 10 kWp 7,70 Cent.
Beim Laden und Entladen geht Strom verloren. Die Verbraucherzentrale nennt ein Beispiel: Von 1.500 Kilowattstunden, die im Jahr in den Speicher fließen, kommen etwa 1.200 im Haus an. Diese 1.200 Kilowattstunden ersetzen Netzstrom für 444 Euro. Für die 1.500 eingespeicherten Kilowattstunden entgehen Ihnen 116 Euro Vergütung. Es bleiben rund 330 Euro im Jahr, ein Speicher für 3.840 Euro wäre damit nach knapp 12 Jahren bezahlt.
Bekommt Ihre Anlage eine höhere Vergütung, weil sie älter ist, spart jede gespeicherte Kilowattstunde weniger. Bei Anlagen nach 20 Jahren lohnt sich ein Speicher dagegen fast immer, weil der eingespeiste Strom kaum noch Geld bringt. Rechnen Sie mit einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie lange ein Stromspeicher hält.
Was Sie nach dem Einbau des Speichers melden müssen
- Tragen Sie den Speicher innerhalb eines Monats als eigene Einheit ins Marktstammdatenregister ein, das amtliche Verzeichnis der Bundesnetzagentur.
- Achten Sie darauf, dass auf der Rechnung 0 Prozent Umsatzsteuer steht. Das gilt auch für einen später gekauften Speicher, der Solarstrom speichert.
- Klären Sie mit Ihrem Elektriker, ob der Speicher nur Solarstrom laden soll oder auch Strom aus dem Netz.
Lädt der Speicher nur Solarstrom, bekommen Sie für Strom, den er später ins Netz abgibt, dieselbe Vergütung wie ohne Speicher. Wer den Speicher auch mit günstigem Netzstrom füllen will, etwa bei einem Tarif mit wechselnden Preisen, muss ihn für die Einspeisung ins Netz sperren lassen. Sonst würde Netzstrom als Solarstrom vergütet.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Stromspeicher nachzurüsten?
Einen Stromspeicher nachzurüsten kostet mit Einbau etwa 300 bis 700 Euro je Kilowattstunde Speicherplatz. Ein Speicher mit 8 Kilowattstunden liegt im Paket mit einer Anlage bei rund 3.840 Euro, nachgerüstet eher darüber. Muss der Zählerschrank umgebaut werden, kommen weitere Kosten dazu.
Muss ich beim Nachrüsten eines Speichers den Wechselrichter tauschen?
Nein, beim Nachrüsten eines Speichers bleibt der Wechselrichter meist, weil der Speicher einen eigenen Wechselrichter bekommt. Nur wenn der Speicher direkt am Wechselrichter der Anlage hängen soll, brauchen Sie einen Hybridwechselrichter. Dann wird der alte meist ersetzt.
Zahle ich auf einen nachgerüsteten Speicher Umsatzsteuer?
Nein, auf einen nachgerüsteten Speicher zahlen Sie 0 Prozent Umsatzsteuer, wenn er Strom aus Ihrer Solaranlage speichert. Das gilt auch für den Einbau. Später geänderte Nutzung ist dafür ohne Bedeutung.
Muss ich einen nachgerüsteten Speicher anmelden?
Ja, einen nachgerüsteten Speicher tragen Sie innerhalb eines Monats ins Marktstammdatenregister ein. Er bekommt dort einen eigenen Eintrag neben der Solaranlage. Das gilt auch für Speicher am Balkonkraftwerk.
Lohnt sich ein Speicher für eine Solaranlage nach 20 Jahren?
Ja, für eine Solaranlage nach 20 Jahren lohnt sich ein Speicher fast immer. Der eingespeiste Strom bringt dann nur noch wenige Cent, jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dagegen den vollen Strompreis. Oft muss dafür der Zählerschrank angepasst werden.
