Wie lange ein Stromspeicher hält
Solarmodule können 20 bis 30 Jahre und länger gute Leistung bringen. Ein Batteriespeicher hält nach der Verbraucherzentrale dagegen meist 10 bis 15 Jahre. Rechnen Sie also damit, dass Sie den Speicher im Lauf des Lebens Ihrer Solaranlage einmal ersetzen müssen.
In den Batteriezellen laufen chemische Vorgänge ab, die das Material altern lassen. Manche passieren sogar dann, wenn der Speicher gar nicht lädt. Der Speicherplatz sinkt deshalb mit der Zeit, erst langsam und gegen Ende schneller. Messungen an Speichern aus dem Jahr 2015 zeigten einen Verlust von 2 bis 3 Prozentpunkten im Jahr. Neuere Geräte altern nach der HTW Berlin langsamer.
Für Ihre Rechnung heißt das: Ein Speicher muss sich in 10 bis 15 Jahren bezahlt machen, nicht in 20. Anbieter setzen in ihren Beispielen die Lebensdauer des Speichers oft mit der der Solaranlage gleich. Das ist zu optimistisch.
Was Ladezyklen über die Lebensdauer sagen
Ein voller Ladezyklus ist eine komplette Ladung und Entladung des Speichers. Halbe Ladungen werden zusammengezählt, zwei halbe ergeben einen vollen Zyklus. Ein Heimspeicher kommt nach der HTW Berlin im Jahr auf 150 bis 300 volle Zyklen, je nach Größe der Anlage und Stromverbrauch.
Hersteller versprechen in ihren Garantien zwischen 3.500 und 10.000 Zyklen. Bei 300 Zyklen im Jahr wären 3.500 Zyklen nach knapp 12 Jahren erreicht. Eine Batterie altert aber nicht nur durch Zyklen, sondern auch durch die Zeit, durch Wärme und durch lange volle Ladung.
Was die Garantie für einen Stromspeicher wirklich deckt
Meist geben Hersteller zwei Garantien. Die Produktgarantie deckt Fehler am Gerät und läuft je nach Hersteller 5 bis 15 Jahre. Die Leistungsgarantie verspricht, dass nach einer bestimmten Zeit noch ein Teil des Speicherplatzes übrig ist. Die HTW Berlin fand Zusagen von 60 bis 85 Prozent, meist sind es 80 Prozent nach 10 Jahren.
| Teil der Garantie | Was zugesagt wird | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Produktgarantie | 5 bis 15 Jahre gegen Fehler am Gerät | ob die Elektronik mit drin ist |
| Leistungsgarantie | 60 bis 85 Prozent Speicherplatz, meist 80 Prozent nach 10 Jahren | ob nutzbarer oder Nennspeicherplatz gemeint ist |
| Grenze für Zyklen oder Strommenge | 3.500 bis 10.000 Zyklen oder eine feste Strommenge | ob die Garantie früher endet, wenn Sie viel nutzen |
| Ersatz nach Zeitwert | Erstattung, die jedes Jahr um 10 Prozent sinkt | ob Sie Geld oder ein Gerät bekommen |
Achten Sie auf die Grenze für die Strommenge. Ein Hersteller begrenzt die Garantie eines Speichers mit 10 Kilowattstunden auf 26.000 Kilowattstunden in 10 Jahren. Gibt der Speicher im Schnitt mehr als 2.600 Kilowattstunden im Jahr ab, endet die Leistungsgarantie früher.
Manche Garantien decken nur die Batterie und nicht die Elektronik. Unabhängig von der Garantie haftet der Verkäufer für Mängel, je nach Einbau 2 oder 5 Jahre. Welche Frist gilt, ist rechtlich nicht eindeutig, deshalb sollten Sie Mängel schon vor Ablauf von 2 Jahren melden.
Bedingungen, an denen die Garantie scheitern kann
In den Garantiebedingungen stehen oft Pflichten, die Sie kennen müssen. Wer sie nicht erfüllt, verliert im Schadensfall Geld.
- Der Speicher muss je nach Hersteller innerhalb von 30 Tagen bis 12 Monaten beim Hersteller registriert werden, sonst gilt die Garantie teils nur 2 oder 5 Jahre.
- Viele Hersteller verlangen eine dauerhafte Internetverbindung, damit sie den Speicher überwachen und Updates einspielen können.
- Ein Defekt muss bei manchen Herstellern innerhalb von 5 Werktagen oder 2 Wochen gemeldet werden.
- Steht der Speicher draußen, darf er bei manchen Herstellern nicht in der direkten Sonne stehen.
- Liegt der Ladestand 3 Monate lang unter 40 Prozent, kann die Garantie entfallen.
Lassen Sie sich die Garantiebedingungen vor dem Kauf schriftlich geben. Fragen Sie auch, ab welchem Tag die Garantie läuft. Das muss nicht der Tag sein, an dem die Anlage startet.
Wo der Stromspeicher stehen sollte
Lithium-Batterien mögen weder große Hitze noch starke Kälte. Die Verbraucherzentrale hält einen trockenen Kellerraum für den besten Platz. Manche Speicher dürfen auch draußen stehen, aber nicht in der prallen Sonne. Draußen schwankt die Temperatur stärker.
Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigten, dass nicht alle Hersteller und Händler die geltenden Sicherheitsregeln einhalten. Lassen Sie den Speicher deshalb von einem Fachbetrieb einbauen, der die Vorgaben des Herstellers zum Aufstellort kennt und einhält.
So hält Ihr Stromspeicher länger
- Wählen Sie den Speicher nicht zu groß. Ein zu großer Speicher steht oft halb voll oder voll, und das lässt ihn schneller altern.
- Aktivieren Sie eine Ladesteuerung nach Wettervorhersage. Sie lädt den Speicher erst im Lauf des Tages voll, statt ihn morgens schon zu füllen.
- Ideal ist ein Speicher, der an sonnigen Tagen bis zum Nachmittag voll wird und bis zum nächsten Morgen fast leer ist.
- Halten Sie die Internetverbindung, damit Updates ankommen.
- Lassen Sie den Speicher beim Anlagencheck der Solaranlage alle 4 bis 5 Jahre mit prüfen.
Eine Ladesteuerung nach Vorhersage kann die Lebensdauer der Batterie nach der HTW Berlin um mehrere Jahre verlängern. Wie groß Ihr Speicher sein sollte, erklärt der Ratgeber zum Autarkiegrad mit Speicher. Was ein Speicher für eine bestehende Anlage kostet, steht im Ratgeber zum Stromspeicher nachrüsten.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Stromspeicher für die Solaranlage?
Ein Stromspeicher für die Solaranlage hält meist 10 bis 15 Jahre. Die Module halten deutlich länger. Rechnen Sie damit, den Speicher einmal zu ersetzen.
Wie viel Speicherplatz verliert ein Stromspeicher pro Jahr?
Speicher aus dem Jahr 2015 verloren im Schnitt 2 bis 3 Prozentpunkte ihres Speicherplatzes pro Jahr. Neuere Geräte altern langsamer. Viele Hersteller garantieren nach 10 Jahren noch 80 Prozent.
Was deckt die Garantie für einen Stromspeicher?
Die Garantie für einen Stromspeicher besteht meist aus einer Produktgarantie gegen Fehler und einer Leistungsgarantie für den Speicherplatz. Manche Garantien enden früher, wenn eine Grenze für Zyklen oder Strommenge erreicht ist. Manche decken nur die Batterie, nicht die Elektronik.
Wo sollte ein Stromspeicher aufgestellt werden?
Ein Stromspeicher sollte in einem trockenen Raum ohne große Hitze und Kälte stehen, am besten im Keller. Manche Geräte dürfen draußen stehen, aber nicht in der direkten Sonne. Die genauen Vorgaben stehen in der Anleitung des Herstellers.
Wie viele Ladezyklen hat ein Stromspeicher im Jahr?
Ein Stromspeicher im Einfamilienhaus kommt auf 150 bis 300 volle Ladezyklen im Jahr. Hersteller garantieren 3.500 bis 10.000 Zyklen. Halbe Ladungen werden dabei zu vollen Zyklen zusammengezählt.
