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Ratgeber

Autarkiegrad berechnen und die Speichergröße finden

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Ohne Speicher verbrauchen Haushalte 20 bis 40 Prozent ihres Solarstroms selbst, mit Speicher etwa doppelt so viel. Größer als 1,5 Kilowattstunden je kWp Anlagenleistung und je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch sollte der Speicher nicht sein. Jede Kilowattstunde aus dem Speicher spart Ihnen rund 28 Cent.

Eigenverbrauch ohne Speicher
20 bis 40 Prozent
Fraunhofer ISE, Haushalte je nach Anlagengröße, Stand 20. August 2026
Höchste sinnvolle Speichergröße je kWp
1,5 Kilowattstunden
HTW Berlin, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme, Stand 20. September 2026
Ersparnis je Kilowattstunde aus dem Speicher
rund 28 Cent
Eigene Rechnung mit BDEW-Strompreis, Vergütung und HTW-Wirkungsgrad, Stand 2. Oktober 2026
Weißer Batteriespeicher an der Wand neben einem Wechselrichter in einem hellen Hauswirtschaftsraum.
Ein Speicher hebt den Solarstrom vom Mittag für den Abend auf. Bild: KI generiert.

Autarkiegrad und Eigenverbrauch sind zwei verschiedene Zahlen

Beide Begriffe klingen ähnlich und messen Gegenteiliges. Der Autarkiegrad sagt, welchen Anteil Ihres Stromverbrauchs die Solaranlage mit Speicher deckt. Der Eigenverbrauch sagt, welchen Anteil des erzeugten Solarstroms Sie im Haus selbst verbrauchen. So definiert es die Forschungsgruppe für Solarspeicher an der HTW Berlin.

Zwei Beispiele zeigen den Unterschied. Ein Haushalt mit einer sehr kleinen Anlage verbraucht fast jede erzeugte Kilowattstunde selbst, deckt damit aber nur einen kleinen Teil seines Bedarfs. Ein Haushalt mit einer großen Anlage deckt viel von seinem Bedarf, schickt im Sommer aber viel Strom ins Netz.

Für Ihre Rechnung zählt vor allem der Eigenverbrauch, denn er bestimmt, wie viel Strom Sie nicht mehr kaufen müssen. Der Autarkiegrad ist die Zahl, die sich besser anfühlt. Wer nur auf ihn schaut, baut leicht zu groß und zahlt für Unabhängigkeit, die im Winter trotzdem nicht reicht.

So viel Solarstrom verbrauchen Sie ohne Speicher selbst

Ohne Speicher bleibt nur der Strom im Haus, der in dem Moment gebraucht wird, in dem die Sonne ihn liefert. Fraunhofer ISE nennt für Haushalte je nach Anlagengröße 20 bis 40 Prozent Eigenverbrauch. Der Rest geht ins Netz.

Mit einer Batterie lässt sich der Eigenverbrauch in den Abend verschieben und so typischerweise verdoppeln. Wie viel es in Ihrem Haushalt genau wird, hängt davon ab, wann Sie Strom brauchen. Eine Tabelle, die für jedes Haus gilt, gibt es dafür nicht.

  • Laufen Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner mittags statt abends, steigt der Eigenverbrauch, ohne dass Sie etwas kaufen müssen.
  • Eine Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn die Anlage am wenigsten liefert.
  • Ein Elektroauto, das tagsüber zu Hause lädt, nimmt mittags große Mengen Solarstrom auf.
  • Eine Anlage nach Osten und Westen liefert morgens und abends mehr und mittags weniger, das hebt ohne Speicher den Eigenverbrauch.
  • Ein Heizstab im Warmwasserspeicher nimmt Überschüsse auf, gibt aber nur Wärme zurück und keinen Strom.

Wie groß der Stromspeicher sein sollte

Die HTW Berlin nennt zwei Obergrenzen. Der Speicher sollte höchstens 1,5 Kilowattstunden nutzbaren Speicherplatz je kWp Anlagenleistung haben und höchstens 1,5 Kilowattstunden je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Die kleinere der beiden Zahlen gilt.

Ein Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden im Jahr und einer Anlage mit 10 kWp landet so bei 6,75 Kilowattstunden Speicher. Der kostet nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale rund 3.200 Euro. Bei 8.000 Kilowattstunden und 16 kWp sind es 12 Kilowattstunden für rund 4.700 Euro.

Speichergröße nach den beiden Obergrenzen der HTW Berlin, gerechnet für typische Haushalte. Preise nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale vom 28. August 2026, gerechnet und nicht erhoben.
Verbrauch im JahrAnlageGrenze aus der AnlageGrenze aus dem VerbrauchPreis des Speichers
2.500 Kilowattstunden5 kWp7,5 Kilowattstunden3,75 Kilowattstundenrund 1.900 Euro
3.500 Kilowattstunden8 kWp12 Kilowattstunden5,25 Kilowattstundenrund 2.700 Euro
4.500 Kilowattstunden10 kWp15 Kilowattstunden6,75 Kilowattstundenrund 3.200 Euro
6.000 Kilowattstunden12 kWp18 Kilowattstunden9 Kilowattstundenrund 3.700 Euro
8.000 Kilowattstunden16 kWp24 Kilowattstunden12 Kilowattstundenrund 4.700 Euro

In allen fünf Fällen ist die Grenze aus dem Verbrauch die kleinere. Das ist im Einfamilienhaus der Normalfall. Ein Angebot mit 15 Kilowattstunden Speicher bei 4.000 Kilowattstunden Verbrauch ist deshalb zu groß, denn ein Speicher, der nachts nicht leer wird, bringt am nächsten Tag nichts.

Die Zahlen der HTW Berlin stammen aus über 25.000 Simulationen. Gerechnet wurde mit Wetterdaten aus Brandenburg, einem Süddach mit 35 Grad Neigung ohne Schatten und einem Haushalt ohne Wärmepumpe und Elektroauto. Wer ein Ost-West-Dach oder Schatten hat, liegt darunter. Kommen Wärmepumpe oder Auto dazu, lesen Sie den Ratgeber zur PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto.

Was eine Kilowattstunde aus dem Speicher wert ist

Der Wert des Speichers ist ein Unterschied zwischen zwei Preisen. Jede Kilowattstunde, die Sie abends aus der Batterie nehmen, ersetzt Strom aus dem Netz für 37 Cent, so viel zahlt ein Haushalt 2026 im Schnitt. Hätten Sie dieselbe Kilowattstunde eingespeist, hätten Sie 7,70 Cent bekommen.

Dazwischen gehen beim Laden und Entladen Teile verloren. Die HTW Berlin rechnet damit, dass vom eingespeicherten Strom rund 84 Prozent wieder herauskommen. Für eine entnommene Kilowattstunde müssen also etwa 1,19 Kilowattstunden hinein, die sonst rund 9,2 Cent Vergütung gebracht hätten. Es bleiben rund 28 Cent Ersparnis je Kilowattstunde.

Zwei Dinge verschieben das Ergebnis. Steigt der Strompreis, steigt die Ersparnis sofort mit. Sinkt die Vergütung für neue Anlagen, steigt sie ebenfalls, aber nur langsam. Ein Speicher ist deshalb vor allem eine Wette auf den Strompreis.

Ein doppelt so großer Speicher bringt nicht doppelt so viel

Jede zusätzliche Kilowattstunde Speicherplatz bringt weniger als die vorige. Die ersten Kilowattstunden überbrücken den Abend, wenn Sie viel Strom brauchen und die Sonne nichts liefert. Jede weitere hilft nur in den wenigen Nächten, in denen der Vorrat wirklich ausgeht. Im Winter bleibt sie oft leer, weil die Anlage sie nicht füllt.

Deshalb endet die Empfehlung der HTW Berlin bei 1,5 Kilowattstunden je kWp. Ein doppelt so großer Speicher kostet fast doppelt so viel und bringt deutlich weniger als doppelt so viel. Speicherplatz, der nie leer wird, altert trotzdem.

Welcher Autarkiegrad bei Ihnen herauskommt, hängt daran, wann Ihr Haushalt Strom braucht. Die HTW Berlin bietet dafür einen kostenlosen Unabhängigkeitsrechner im Internet an. Dort tragen Sie Verbrauch, Anlagengröße und Speicher ein.

Lohnt sich ein Stromspeicher für Ihren Haushalt?

Brauchen Sie abends und nachts viel Strom?

Ja

Haben Sie schon versucht, Geräte in die Mittagszeit zu verlegen?

Ja

Prüfen Sie einen Speicher in der kleineren der beiden Größen. Rechnen Sie mit rund 28 Cent Ersparnis je Kilowattstunde.

Nein

Verlegen Sie zuerst Waschmaschine und Spülmaschine in den Mittag. Danach reicht oft ein kleinerer Speicher.

Nein

Kommen in den nächsten Jahren Wärmepumpe oder Elektroauto?

Ja

Rüsten Sie den Speicher später nach. Dann passt seine Größe zum höheren Verbrauch.

Nein

Planen Sie ohne Speicher. Bei wenig Abendverbrauch läuft zu wenig Strom durch die Batterie.

So prüfen Sie ein Angebot für einen Stromspeicher

  1. Lesen Sie Ihren Jahresverbrauch der letzten drei Jahre von den Abrechnungen ab und bilden Sie den Mittelwert.
  2. Rechnen Sie beide Grenzen aus. Teilen Sie den Verbrauch durch 1.000 und nehmen Sie das mal 1,5, dann die Anlagenleistung in kWp mal 1,5. Die kleinere Zahl ist Ihr Ziel.
  3. Verlangen Sie im Angebot den nutzbaren Speicherplatz in Kilowattstunden, nicht den Bruttowert.
  4. Teilen Sie den Preis durch den nutzbaren Speicherplatz und vergleichen Sie mit 360 bis 510 Euro je Kilowattstunde aus dem Preisindex.
  5. Fragen Sie nach der Garantie, also nach der Zahl der Ladungen und dem Speicherplatz, der am Ende garantiert noch da ist.
  6. Lassen Sie eine Notstromfunktion getrennt ausweisen, denn sie hat mit der Ersparnis nichts zu tun.

Ein Speicher lässt sich auch später an eine bestehende Anlage anschließen, meist mit einem eigenen Batteriewechselrichter. Auch dann zahlen Sie keine Umsatzsteuer, solange er Solarstrom speichert. Was das kostet, erklärt der Ratgeber zum Stromspeicher nachrüsten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Autarkiegrad und Eigenverbrauch?

Der Autarkiegrad sagt, welchen Anteil Ihres Stromverbrauchs die Solaranlage deckt. Der Eigenverbrauch sagt, welchen Anteil des erzeugten Solarstroms Sie selbst verbrauchen. Eine große Anlage hebt den Autarkiegrad und senkt zugleich den Eigenverbrauch, weil mittags Strom übrig bleibt.

Wie groß sollte der Stromspeicher für meine Solaranlage sein?

Ein Stromspeicher sollte nach der HTW Berlin höchstens 1,5 Kilowattstunden je kWp Anlagenleistung haben und höchstens 1,5 Kilowattstunden je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Es gilt die kleinere Zahl. Bei 4.000 Kilowattstunden Verbrauch sind das 6 Kilowattstunden.

Wie viel Autarkie erreicht ein Haushalt mit Solaranlage und Speicher?

Ohne Speicher verbraucht ein Haushalt nach Fraunhofer ISE 20 bis 40 Prozent seines Solarstroms selbst, mit Speicher typischerweise doppelt so viel. Einen festen Autarkiegrad für jede Anlagengröße gibt es nicht, weil er davon abhängt, wann Sie Strom brauchen. Die HTW Berlin bietet dafür einen kostenlosen Rechner an.

Ab wann rechnet sich ein Stromspeicher?

Ein Stromspeicher spart je entnommene Kilowattstunde rund 28 Cent, weil er Netzstrom für 37 Cent ersetzt und die Verluste rund 9 Cent Vergütung kosten. Ein Speicher mit 8 Kilowattstunden für 3.840 Euro muss damit etwa 13.700 Kilowattstunden abgeben, bevor er bezahlt ist. Wie lange das dauert, hängt von Ihrem Abendverbrauch ab.

Kann ich einen Stromspeicher später nachrüsten?

Ja, ein Stromspeicher lässt sich später an eine bestehende Solaranlage anschließen, meist mit einem eigenen Batteriewechselrichter. Auch der nachgerüstete Speicher ist von der Umsatzsteuer befreit. Ihr Vergütungssatz für eingespeisten Strom bleibt dabei gleich.

Bringt ein doppelt so großer Stromspeicher doppelt so viel Unabhängigkeit?

Nein, ein doppelt so großer Stromspeicher bringt deutlich weniger als doppelt so viel. Die ersten Kilowattstunden überbrücken den Abend, jede weitere hilft nur in wenigen Nächten. Im Winter bleibt zusätzlicher Speicherplatz oft leer, weil die Anlage ihn nicht füllt.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. FAQ zum Unabhängigkeitsrechner mit Begriffen, Empfehlung zur Speichergröße und Annahmen der Simulation, HTW Berlin, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme,
  2. Unabhängigkeitsrechner für Autarkiegrad und Eigenverbrauch, HTW Berlin, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme,
  3. Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung vom 20. August 2026, Abschnitte 7 und 22.3, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE,
  4. Was kostet eine Photovoltaikanlage? Preisindex für Anlagen und Batteriespeicher, Stand 28. August 2026, Verbraucherzentrale, mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen,
  5. BDEW-Strompreisanalyse, Durchschnittlicher Strompreis für Haushalte 2026, Stand 21. August 2026, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW),
  6. EEG-Förderung und Fördersätze, Einspeisevergütung für Solaranlagen bis 100 kW, Bundesnetzagentur,
  7. § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz, Nullsteuersatz auch für nachträglich gelieferte Speicher, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Betriebe stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.