PV-Anlagenmonteure

Ratgeber

Dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik und Speicher

Veröffentlicht am

Ein dynamischer Stromtarif lohnt sich mit Photovoltaik vor allem, wenn Sie ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder einen Speicher haben, deren Verbrauch Sie in billige Stunden legen können. Mittags nutzen Sie ohnehin Ihren eigenen Solarstrom, der Vorteil liegt abends, nachts und im Winter. Sie brauchen einen Smart Meter und tragen das volle Preisrisiko.

Der Preis ändert sich alle
15 Minuten
Verbraucherzentrale, Stand 6. Oktober 2025
Pflichtangebot aller Stromanbieter seit
1. Januar 2025
Energiewirtschaftsgesetz, Stand 1. Januar 2025
Einbau des Smart Meters auf Wunsch
bis 100 Euro einmalig
Messstellenbetriebsgesetz, Stand 1. Januar 2025
Heller Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschine und weißem Batteriespeicher an der Wand im Nachmittagslicht.
Ein dynamischer Tarif lohnt sich vor allem, wenn sich Verbrauch verschieben lässt. Bild: KI generiert.

Wie ein dynamischer Stromtarif funktioniert

Bei einem dynamischen Stromtarif hängt der Preis je Kilowattstunde am Börsenstrompreis. Er ändert sich in der Regel alle 15 Minuten, und jeder Tag ist anders. Die Preise für den nächsten Tag stehen schon am Vortag fest, viele Anbieter zeigen sie mittags in einer App.

Nur der Börsenpreis schwankt. Steuern, Umlagen und Netzentgelte stehen fest und machen meist den größten Teil des Preises aus. Auch wenn der Börsenpreis unter null fällt, zahlen Sie deshalb in der Regel etwas für jede Kilowattstunde. Dazu kommt ein fester Grundpreis, in dem die Gebühr des Anbieters steckt.

An Werktagen ähnelt der Preisverlauf oft einem M. Gegen 8 Uhr morgens und 18 Uhr abends ist Strom meist am teuersten. Mittags, nachmittags und nachts ist er häufig billiger. An Tagen mit viel Wind und Sonne fallen die Preise, an trüben, windstillen Tagen können sie hoch steigen.

Warum Photovoltaik und dynamischer Tarif nur teilweise zusammenpassen

Die billigen Stunden am Mittag fallen genau in die Zeit, in der Ihre Solaranlage selbst Strom liefert. Dann kaufen Sie ohnehin wenig. Einen Vorteil bringt der Tarif deshalb vor allem für den Strom, den Sie trotz Solaranlage kaufen müssen, also abends, nachts und im Winter.

Die Verbraucherzentrale hält dynamische Tarife für normale Haushalte meist nicht für empfehlenswert. Nur wer einen großen Teil seines Verbrauchs verschieben kann, profitiert. Das sind Haushalte mit Elektroauto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher. Ein Elektroauto kann dann nachts in einer billigen Stunde laden, eine Wärmepumpe im Winter billige Stunden nutzen.

Wie groß Ihre Solaranlage mit Wärmepumpe und Elektroauto sein sollte, erklärt der Ratgeber zur PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto.

Den Speicher mit billigem Netzstrom laden

Im Winter liefert die Solaranlage wenig, und der Speicher steht oft leer. Dann kann es sinnvoll sein, ihn in billigen Stunden mit Netzstrom zu laden und den Strom in teuren Stunden zu nutzen. Das lohnt sich aber nur, wenn der Preisunterschied größer ist als das, was beim Speichern verloren geht.

Die HTW Berlin rechnet ein Beispiel vor. Lädt der Speicher Netzstrom für 25 Cent und gibt ihn ab, wenn der Preis 35 Cent erreicht, müssen mindestens 71 Prozent des Stroms wieder herauskommen. Nicht alle getesteten Speicher schaffen das, denn abends geben sie meist nur wenig Leistung ab und arbeiten dann schlechter. Auch können noch nicht alle Geräte nach dem Börsenpreis laden.

Was Sie für einen dynamischen Stromtarif brauchen

Für einen dynamischen Tarif brauchen Sie einen Smart Meter. Das ist ein digitaler Zähler mit einem Kommunikationsmodul, das Ihren Verbrauch in Viertelstunden einmal täglich an den Messstellenbetreiber sendet. Ein digitaler Zähler allein reicht nicht.

Hat Ihre Solaranlage mehr als 7 kW, muss der Messstellenbetreiber ohnehin einen Smart Meter einbauen. Sonst können Sie ihn seit dem 1. Januar 2025 verlangen, und er muss ihn innerhalb von vier Monaten einbauen. Einmalig bis 100 Euro gelten dafür als angemessen. Was er im Jahr kostet, zeigt der Ratgeber zum Smart Meter bei Photovoltaik.

Damit Speicher, Elektroauto und Wärmepumpe sich nach dem Preis richten, braucht es eine Steuerung, die Preise und Wetter vorhersagt. Bei vielen Speichern ist sie eingebaut, sonst übernimmt ein eigenes Energiemanagement diese Aufgabe. Ohne Steuerung müssen Sie die Preise selbst verfolgen und Geräte von Hand starten.

So prüfen Sie einen dynamischen Stromtarif

  1. Schätzen Sie ab, wie viel Verbrauch Sie wirklich in billige Stunden legen können.
  2. Suchen Sie die Gebühr des Anbieters im Grundpreis und einen möglichen Aufschlag je Kilowattstunde. Darin unterscheiden sich die Tarife am stärksten.
  3. Sehen Sie sich an, wie die Börsenpreise in den letzten Monaten im Tagesverlauf aussahen.
  4. Prüfen Sie, ob Ihr zuständiger Messstellenbetreiber den Smart Meter einbaut. Bei anderen Dienstleistern gelten die gesetzlichen Höchstpreise nicht.
  5. Wählen Sie einen Tarif, den Sie monatlich kündigen können. Von 12 Monaten Laufzeit raten die Verbraucherzentralen ab.
  6. Seien Sie vorsichtig bei Werbung wie bis zu 500 Euro Ersparnis im Jahr und bei Tarifen, die nur zusammen mit Speicher oder Solaranlage verkauft werden.

Ermäßigte Netzentgelte für Wärmepumpe und Wallbox gibt es unabhängig vom Tarif. Sie sind kein Vorteil des dynamischen Tarifs, auch wenn manche Anbieter damit werben.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik?

Ein dynamischer Stromtarif lohnt sich mit Photovoltaik vor allem, wenn Sie Elektroauto, Wärmepumpe oder Speicher haben. Deren Verbrauch können Sie in billige Stunden legen. Ohne solche Geräte überwiegt für normale Haushalte meist das Risiko steigender Preise.

Brauche ich für einen dynamischen Stromtarif einen Smart Meter?

Ja, für einen dynamischen Stromtarif brauchen Sie einen Smart Meter. Er sendet Ihren Verbrauch in Viertelstunden an den Messstellenbetreiber. Seit 2025 können Sie den Einbau verlangen, einmalig bis 100 Euro gelten dafür als angemessen.

Sollte ich meinen Stromspeicher mit billigem Netzstrom laden?

Das lohnt sich nur, wenn der Preisunterschied die Verluste beim Speichern übersteigt. Bei 25 Cent beim Laden und 35 Cent beim Entladen müssen mindestens 71 Prozent des Stroms wieder herauskommen. Der Speicher muss dann für die Einspeisung ins Netz gesperrt sein.

Wie oft ändert sich der Preis bei einem dynamischen Stromtarif?

Bei einem dynamischen Stromtarif ändert sich der Preis in der Regel alle 15 Minuten. Die Preise für den nächsten Tag stehen am Vortag fest. Viele Anbieter zeigen sie mittags in einer App.

Muss jeder Stromanbieter einen dynamischen Tarif anbieten?

Ja, seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromanbieter Kunden mit Smart Meter einen dynamischen Tarif anbieten. Er muss dabei über Kosten, Vorteile und Nachteile informieren. Ohne Smart Meter gibt es den Tarif nicht.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Dynamische Stromtarife, für wen es sich lohnt und worauf Sie achten sollten, Stand 6. Oktober 2025, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,
  2. Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen? Abschnitte zu Netzstrom im Speicher und Vergütung, Stand 2. Juli 2026, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,
  3. Stromspeicher-Inspektion 2026, Batterieladung mit Netzstrom bei dynamischen Preisen, Version 1.0, März 2026, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme, und aquu,
  4. § 41a Energiewirtschaftsgesetz, dynamische Stromtarife für alle Stromlieferanten ab 1. Januar 2025, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. § 34 Messstellenbetriebsgesetz, Einbau auf Wunsch innerhalb von vier Monaten, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  6. § 35 Messstellenbetriebsgesetz, einmalig höchstens 100 Euro für den vorzeitigen Einbau, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  7. § 29 Messstellenbetriebsgesetz, Pflichteinbau bei Anlagen über 7 Kilowatt, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Betriebe stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

Korrekturweg

Eine falsche Adresse, einen geschlossenen Betrieb oder einen Eintrag, der gar kein Elektro- oder Solarbetrieb ist, melden Sie über das Kontaktformular. Wir gleichen die Meldung mit der Quelle ab und korrigieren belegte Fehler auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.