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Ratgeber

PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto, die richtige Größe

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Mit Wärmepumpe und Elektroauto braucht ein Einfamilienhaus meist eine Solaranlage mit 12 bis 20 kWp statt 5 bis 7 kWp. Das Auto braucht 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr zusätzlich, die Wärmepumpe 3.000 bis 5.000. Das Auto lässt sich gut mittags laden. Die Wärmepumpe braucht ihren Strom vor allem im Winter, wenn wenig Sonne scheint.

Anlagengröße mit Wärmepumpe und E-Auto
12 bis 20 kWp
ADAC, Einfamilienhaus mit 4 Personen, Stand 18. Mai 2026
Mehrverbrauch durch ein Elektroauto
2.000 bis 3.000 kWh im Jahr
ADAC, Stand 18. Mai 2026
Solarstrom beim Laden zu Hause
53 Prozent im Mittel
HTW Berlin, Messdaten aus 730 Haushalten, Stand 1. April 2025
Elektroauto an einer Ladestation vor einem Haus mit Solardach und einer Wärmepumpe an der Hauswand.
Mit Wärmepumpe und Elektroauto braucht ein Haus deutlich mehr Solarleistung. Bild: KI generiert.

Wie groß die Solaranlage mit Wärmepumpe und E-Auto sein sollte

Die Größe einer Solaranlage wird in kWp angegeben, das steht für Kilowatt-Peak, die Spitzenleistung der Module. Der ADAC nennt eine einfache Faustformel. Teilen Sie Ihren Jahresverbrauch in Kilowattstunden durch 1.000 und nehmen Sie das Ergebnis mal 1,5. Mit Wärmepumpe oder Elektroauto nehmen Sie es mal 2,0 bis 2,5.

Ein Haushalt mit 4 Personen verbraucht nach den Beispielen des ADAC ohne Auto und Wärmepumpe rund 3.500 Kilowattstunden und kommt mit 5 bis 7 kWp aus. Mit Elektroauto sind es 6.500 bis 7.500 Kilowattstunden und 8 bis 12 kWp. Mit Wärmepumpe und Auto steigt der Verbrauch auf 9.500 bis 12.500 Kilowattstunden, dafür empfiehlt der ADAC 12 bis 20 kWp.

Typischer Verbrauch und empfohlene Anlagengröße für ein Einfamilienhaus. Quelle: ADAC, Stand 18. Mai 2026.
HaushaltVerbrauch im JahrGröße der SolaranlageSpeicher
ohne Auto und Wärmepumperund 3.500 Kilowattstunden5 bis 7 kWpnach Bedarf
mit Elektroauto6.500 bis 7.500 Kilowattstunden8 bis 12 kWp7 bis 10 Kilowattstunden
mit Wärmepumpe und Elektroauto9.500 bis 12.500 Kilowattstunden12 bis 20 kWp10 bis 15 Kilowattstunden

Prüfen Sie früh, ob Ihr Dach so viel Platz hat. Je kWp brauchen moderne Module etwa 5 bis 6 Quadratmeter freie Dachfläche. Für 15 kWp sind das 75 bis 90 Quadratmeter, ohne Dachfenster, Schornstein und Randabstände.

Wie viel Solarstrom ins Elektroauto fließt

Die HTW Berlin hat Messdaten aus 730 Haushalten mit Solaranlage und Elektroauto ausgewertet. Im Mittel stammten 53 Prozent des Stroms, den die Autos zu Hause luden, vom eigenen Dach. In 68 Prozent der Haushalte lud das Auto an mehr als 3 Tagen der Woche, meist zur Mittagszeit.

Eine größere Anlage hilft. Bei 10.000 bis 15.000 Kilometern im Jahr deckten Anlagen mit 5 bis 10 kW im Mittel 46 Prozent des Ladestroms. Bei 15 bis 20 kW waren es 62 Prozent. Ein Batteriespeicher brachte dagegen im Schnitt nur 9 Prozentpunkte mehr Solarstrom ins Auto.

Überschussladen mit der Solaranlage

Beim Überschussladen startet die Ladestation erst, wenn die Anlage mehr Strom liefert, als das Haus gerade braucht. Sie passt die Ladeleistung laufend an die Sonne an. Gegenüber dem Laden mit voller Leistung direkt nach der Ankunft stieg der Solaranteil damit in der Studie der HTW Berlin im Mittel um 25 Prozentpunkte.

Ein Elektroauto lädt aus technischen Gründen mit mindestens 1,4 kW. So viel Überschuss muss nach dem Hausverbrauch übrig sein. Lädt das Auto über alle drei Stromleitungen, wie die meisten neuen Autos, braucht es mindestens 4,2 kW. Viele Ladestationen schalten deshalb bei wenig Sonne automatisch auf eine Leitung um.

Beim langsamen Laden geht mehr verloren. Bei 1,4 kW kamen nur 76 Prozent des Solarstroms in der Autobatterie an, bei 11 kW waren es 90 Prozent. Die Ladestation selbst setzt und meldet ein Elektriker beim Netzbetreiber an. Ein Gerät mit 11 kW muss angemeldet werden, eines mit 22 kW braucht die Zustimmung des Netzbetreibers.

Warum die Wärmepumpe im Winter Netzstrom braucht

Eine Wärmepumpe arbeitet vor allem im Winter. Von November bis Februar liefert die Solaranlage aber nur wenig Strom. In Kassel bringt 1 kWp nach den Daten der EU-Kommission im Juni 126 Kilowattstunden, im Dezember nur 26 Kilowattstunden. Eine Anlage mit 15 kWp liefert im Dezember also rund 390 Kilowattstunden.

Die HTW Berlin hat auch Häuser mit Wärmepumpe, Elektroauto und Speicher gemessen. Sie deckten im Mittel 59 Prozent ihres Stroms im Jahr selbst. Im Winter reicht der Solarstrom dort in der Regel nicht für Haus, Auto und Heizung zusammen. Den Rest kaufen Sie aus dem Netz.

Ein Tarif mit wechselnden Strompreisen kann helfen, die Wärmepumpe und das Auto im Winter in billige Stunden zu legen. Wann das sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber zum dynamischen Stromtarif mit Photovoltaik.

So planen Sie die Anlage für Wärmepumpe und Elektroauto

  1. Bilden Sie den Mittelwert Ihres Stromverbrauchs aus den Abrechnungen der letzten drei Jahre.
  2. Rechnen Sie für ein Elektroauto 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr dazu und für eine Wärmepumpe 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden. Nutzen Sie den Wert aus der Planung Ihres Heizungsbauers, wenn Sie ihn haben.
  3. Teilen Sie die Summe durch 1.000 und nehmen Sie das Ergebnis mal 2,0 bis 2,5. Das ist Ihre Zielgröße in kWp.
  4. Prüfen Sie, ob Ihr Dach dafür 5 bis 6 Quadratmeter je kWp hergibt.
  5. Fragen Sie nach einer Ladestation mit Überschussladen und automatischer Umschaltung auf eine Stromleitung.
  6. Lassen Sie klären, ob ein gemeinsames Energiemanagement Speicher, Ladestation und Wärmepumpe steuern soll, und ob die Geräte zusammenpassen.

Wie groß der Speicher sein sollte und wie viel Unabhängigkeit er bringt, steht im Ratgeber zum Autarkiegrad mit Speicher. Planen Sie Auto oder Wärmepumpe erst in einigen Jahren, bauen Sie die Anlage trotzdem gleich größer. Wer später erweitert, braucht erneut ein Gerüst, eine Anmeldung und einen eigenen Eintrag im Register.

Häufige Fragen

Wie groß muss eine PV-Anlage mit Wärmepumpe und E-Auto sein?

Eine PV-Anlage mit Wärmepumpe und E-Auto sollte im Einfamilienhaus meist 12 bis 20 kWp haben. Der ADAC rechnet dafür mit 9.500 bis 12.500 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr. Faustformel: Verbrauch geteilt durch 1.000, mal 2,0 bis 2,5.

Wie viel Strom braucht ein Elektroauto im Jahr zusätzlich?

Ein Elektroauto braucht im Jahr etwa 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden zusätzlich. Das hängt von der Fahrleistung und dem Auto ab. Eine Wärmepumpe braucht weitere 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden.

Wie viel Solarstrom kann ich in mein Elektroauto laden?

Im Mittel stammen 53 Prozent des zu Hause geladenen Stroms vom eigenen Dach, das zeigen Messdaten der HTW Berlin aus 730 Haushalten. Mit 15 bis 20 kW Anlagenleistung waren es 62 Prozent. Am meisten bringt es, das Auto tagsüber mit Überschussladen zu laden.

Reicht meine Solaranlage im Winter für die Wärmepumpe?

Nein, im Winter reicht eine Solaranlage meist nicht für die Wärmepumpe. Im Dezember liefert sie nur rund ein Fünftel dessen, was sie im Juni erzeugt. Häuser mit Wärmepumpe, Auto und Speicher decken im Jahr trotzdem im Mittel 59 Prozent ihres Stroms selbst.

Lohnt sich ein Speicher, wenn ich ein Elektroauto habe?

Ein Speicher bringt für das Elektroauto weniger als gedacht. In der Studie der HTW Berlin stieg der Solaranteil beim Laden durch den Speicher im Schnitt nur um 9 Prozentpunkte. Überschussladen am Tag brachte 25 Prozentpunkte.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. PV-Anlage planen, Faustformel für die Größe, Mehrverbrauch durch E-Auto und Wärmepumpe, Beispielhaushalte, Stand 18. Mai 2026, ADAC e.V.,
  2. Studie Solares Laden von Elektrofahrzeugen, Version 1.0, April 2025, Messdaten aus 730 Haushalten, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Forschungsgruppe Solarspeichersysteme,
  3. Elektroauto, mit eigener Ladestation Solarstrom vom Dach laden, Mindestladeleistung und Anmeldung der Ladestation, Stand 24. Juli 2025, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,
  4. Elektroauto mit eigenem Solarstrom laden, Schwellenwerte 1,4 und 4,2 Kilowatt, Stand 4. April 2024, ADAC e.V.,
  5. PVGIS 5.3, Monatswerte für Kassel, 1 kWp, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Systemverluste, Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle (JRC),
  6. Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen? Energiemanagement für Speicher, Ladestation und Wärmepumpe, Stand 2. Juli 2026, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,
  7. Marktstammdatenregister, das müssen Sie bei Solaranlage und Co. wissen, Erweiterungen getrennt eintragen, Stand 23. Juli 2026, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.