Drei Wege, eine Solaranlage zu bezahlen
Sie können eine Solaranlage mit eigenem Geld kaufen, mit einem Kredit finanzieren oder von einem Anbieter mieten. Beim Kauf gehört Ihnen die Anlage sofort, beim Kredit auch, nur zahlen Sie sie in Raten ab. Bei der Miete gehört sie dem Anbieter, und Sie zahlen eine monatliche Rate.
Für alle drei Wege gilt dieselbe Anlage. Eine Anlage mit 10 kWp kostet nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale rund 14.100 Euro und bringt in der Mitte Deutschlands rund 1.680 Euro im Jahr. Unterschiedlich ist nur, was Sie für das Geld zusätzlich zahlen.
Der Kauf mit eigenem Geld ist am günstigsten
Zahlen Sie die Anlage bar, fallen keine Zinsen an. Die Anlage hat sich im Beispiel nach rund 9,6 Jahren bezahlt gemacht, laufende Kosten von 1,5 Prozent im Jahr eingerechnet. Über 20 Jahre bleiben nach Abzug des Kaufpreises rund 15.300 Euro.
Prüfen Sie aber, was Ihr Geld sonst bringen würde. Liegt es auf einem Konto mit wenig Zinsen, ist die Anlage die bessere Anlage für das Geld. Brauchen Sie es als Notgroschen, ist ein Kredit für einen Teil des Betrags oft sinnvoller, als das Konto ganz zu leeren.
Was ein Kredit für die Solaranlage kostet
Ein Kredit über 14.100 Euro mit 4,64 Prozent Zins kostet über 10 Jahre rund 147 Euro im Monat und insgesamt rund 3.550 Euro Zinsen. Über 15 Jahre sind es rund 109 Euro im Monat und 5.500 Euro Zinsen, über 20 Jahre rund 90 Euro und 7.570 Euro Zinsen.
| Laufzeit | Rate im Monat | Zinsen insgesamt |
|---|---|---|
| 10 Jahre | 147 Euro | 3.550 Euro |
| 15 Jahre | 109 Euro | 5.500 Euro |
| 20 Jahre | 90 Euro | 7.570 Euro |
Die Anlage bringt im Beispiel rund 140 Euro im Monat. Bei 10 Jahren Laufzeit trägt sie die Rate also fast selbst. Läuft der Kredit 20 Jahre, bleibt nach den Zinsen rund die Hälfte des Gewinns aus dem Barkauf übrig.
Den günstigsten Kredit für Solaranlagen bietet oft die KfW. Ihren Kredit 270 bekommen auch Privatpersonen, wenn sie einen Teil des Stroms einspeisen, und er kann bis zu 5 Jahre ohne Tilgung beginnen. Vergleichen Sie trotzdem mit dem Angebot Ihrer Bank. Was es sonst an Förderung gibt, erklärt der Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung 2026.
Was eine Mietanlage kostet und wo der Haken liegt
Bei einer Mietanlage baut ein Anbieter die Anlage auf Ihr Dach und vermietet sie Ihnen. Sie zahlen eine monatliche Rate, und der Anbieter übernimmt meist Montage, Anmeldung, Versicherung und Wartung. Das ist bequem, aber nach der Verbraucherzentrale über die Laufzeit teurer als ein Kauf.
Der Grund sind Zinsen und Servicekosten, die in der Rate stecken. Die Verbraucherzentrale beobachtet, dass die versprochene Ersparnis oft erst gegen Ende oder sogar nach Ende des Vertrags eintritt. Während der Miete wäre es dann ähnlich teuer oder günstiger gewesen, den Strom weiter ganz aus dem Netz zu kaufen.
- Sie sind lange gebunden, meist 15 bis 25 Jahre.
- Verkaufen oder vererben Sie das Haus, müssen Sie meist dafür sorgen, dass der Mietvertrag weiterläuft.
- Wollen Sie vorher aussteigen und die Anlage kaufen, kostet das deutlich mehr als ein Kauf von Anfang an.
- Am Ende sollte der Vertrag erlauben, die Anlage kostenlos zu übernehmen.
- Prüfen Sie, welche Leistungen die Rate wirklich enthält und welche Kosten trotzdem bei Ihnen bleiben.
Bei der Umsatzsteuer kommt es auf den Vertrag an. Eine reine Miete kostet 19 Prozent. Geht die Anlage am Ende in Ihr Eigentum über, gilt der Vertrag als Kauf, und für die Anlage fallen 0 Prozent an, nur der Serviceanteil kostet 19 Prozent. Viele Anbieter haben ihre Verträge nach der Verbraucherzentrale entsprechend umgestellt.
Welcher Weg zu Ihnen passt
Haben Sie den Kaufpreis frei verfügbar, ohne Ihren Notgroschen anzugreifen?
Kaufen Sie mit eigenem Geld. Das ist der günstigste Weg.
Bekommen Sie einen Kredit, etwa von der KfW oder Ihrer Bank?
Finanzieren Sie die Anlage. Eine Laufzeit um 10 Jahre hält die Zinsen niedrig.
Prüfen Sie ein Mietangebot genau und lassen Sie es vor der Unterschrift unabhängig rechnen.
Ein Mietangebot sollten Sie vor der Unterschrift von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen, etwa von der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Legen Sie dafür auch ein Kaufangebot für dieselbe Anlage daneben. Ob sich die Anlage überhaupt lohnt, zeigt der Ratgeber, ob sich Photovoltaik 2026 lohnt.
Häufige Fragen
Ist es günstiger, eine Solaranlage zu kaufen oder zu mieten?
Eine Solaranlage zu kaufen ist günstiger als sie zu mieten. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Mietanlagen über die Laufzeit durch Zinsen und Servicekosten teurer sind. Dafür übernimmt der Anbieter bei der Miete meist Anmeldung, Versicherung und Wartung.
Wie lange läuft ein Mietvertrag für eine Solaranlage?
Ein Mietvertrag für eine Solaranlage läuft nach der Verbraucherzentrale meist 15 bis 25 Jahre. Ein vorzeitiger Ausstieg mit Kauf der Anlage kostet deutlich mehr als ein Kauf von Anfang an. Am Ende sollte der Vertrag die kostenlose Übernahme der Anlage erlauben.
Was kostet ein Kredit für eine Solaranlage im Monat?
Ein Kredit über 14.100 Euro für eine Solaranlage kostet bei 4,64 Prozent Zins und 10 Jahren Laufzeit rund 147 Euro im Monat. Über 20 Jahre sind es rund 90 Euro im Monat, dafür zahlen Sie insgesamt rund 7.570 Euro Zinsen. Die Anlage bringt im Beispiel rund 140 Euro im Monat.
Fällt auf die Miete einer Solaranlage Umsatzsteuer an?
Auf die reine Miete einer Solaranlage fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an. Geht die Anlage am Ende in Ihr Eigentum über, gilt der Vertrag als Kauf, und für die Anlage selbst fallen 0 Prozent an. Der Anteil für Wartung und Versicherung kostet weiter 19 Prozent.
Was passiert mit der Mietanlage, wenn ich mein Haus verkaufe?
Verkaufen Sie das Haus, müssen Sie nach den meisten Mietverträgen dafür sorgen, dass der Käufer den Vertrag für die Solaranlage übernimmt. Das kann den Verkauf erschweren. Lesen Sie diese Klausel vor der Unterschrift genau.
