Was die Wohngebäudeversicherung für die Solaranlage zahlt
Eine Pflicht, die Solaranlage zu versichern, gibt es nicht. Die Anlage kostet aber oft mehr als 10.000 Euro und sitzt Wind und Wetter ausgesetzt auf dem Dach. Die meisten Hausbesitzer schützen sie deshalb über die Wohngebäudeversicherung, die sie ohnehin haben.
Die Wohngebäudeversicherung schützt die Anlage meist gegen Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Frost, auf Wunsch auch gegen Hochwasser und andere Naturgefahren. Für die Anlage verlangt der Versicherer einen kleinen Aufpreis.
Die Wohngebäudeversicherung hat Lücken. Nach der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zahlt sie nicht immer, wenn die Anlage gestohlen wird, und nicht immer den Ertrag, der Ihnen bis zur Reparatur entgeht.
Was eine eigene Photovoltaikversicherung zusätzlich zahlt
Eine eigene Photovoltaikversicherung deckt mehr Gefahren ab. Nach der Verbraucherzentrale sollte eine gute Police bei grober Fahrlässigkeit mindestens 2.500 Euro zahlen und bei Schäden durch Tiere, etwa durch Marder an Kabeln, mindestens 1.000 Euro.
| Schaden | Wohngebäudeversicherung | Photovoltaikversicherung |
|---|---|---|
| Feuer, Sturm, Hagel | ja, nach Meldung der Anlage | ja |
| Diebstahl | nicht immer | ja |
| Bedienungsfehler und Kurzschluss | meist nicht | ja |
| Überspannung, etwa durch Blitz in der Nähe | je nach Vertrag | ja, darauf achten |
| Bisse von Mardern und anderen Tieren | meist nicht | ja, mindestens 1.000 Euro |
| Grobe Fahrlässigkeit | je nach Vertrag | ja, mindestens 2.500 Euro |
| Ertrag, der bis zur Reparatur fehlt | nicht immer | ja |
Eine eigene Police lohnt sich nach der Verbraucherzentrale meist nur für größere Anlagen mit mehr als 10 kWp. Bei kleineren Anlagen reicht oft der Einschluss in die Wohngebäudeversicherung, wenn er die Lücken oben schließt.
Wer zahlt, wenn die Anlage einen Schaden anrichtet
Löst sich bei Sturm ein Modul und beschädigt das Auto des Nachbarn, haften Sie als Besitzer der Anlage. Für solche Schäden ist eine Haftpflichtversicherung zuständig, nicht die Wohngebäudeversicherung.
Prüfen Sie, ob Ihre private Haftpflicht oder eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht die Solaranlage einschließt. Ist das nicht so, gibt es eigene Haftpflichtversicherungen für Betreiber von Solaranlagen. Viele Photovoltaikversicherungen enthalten die Haftpflicht schon.
Der Schutz sollte schon während der Montage gelten
Schließen Sie die Versicherung ab, bevor die Montage beginnt. So ist auch die Bauphase abgesichert, in der die Module schon auf dem Dach liegen, aber noch nicht abgenommen sind. Bezahlen Sie die Anlage mit einem Kredit, schreibt die Bank eine Versicherung oft im Vertrag vor.
Eine Pflicht zur Wartung gibt es nicht, manche Versicherer verlangen sie aber in ihren Bedingungen. Lesen Sie deshalb nach, ob die Police eine regelmäßige Prüfung voraussetzt. Was eine Anlage an Pflege braucht, erklärt der Ratgeber zur Wartung der Photovoltaikanlage.
Versicherung, Garantie und Gewährleistung sind drei Dinge
Die Versicherung zahlt bei Schäden von außen, etwa durch Sturm, Feuer oder Diebstahl. Für Fehler bei der Montage haftet dagegen Ihr Solarteur, und zwar je nach Vertrag 2 bis 5 Jahre. Das ist die Gewährleistung.
Dazu kommen die Garantien der Hersteller. Sie sind freiwillig und haben eigene Bedingungen. Auf die Leistung der Module geben Hersteller bis zu 30 Jahre, auf die Module selbst meist 10 Jahre. Bei Speichern gibt es Garantien, die nur den Zeitwert ersetzen, und neuere, die das ganze Gerät ersetzen.
Fällt die Anlage wegen eines Montagefehlers aus, wenden Sie sich zuerst an den Solarteur. Wie Sie Ihre Rechte dann durchsetzen, erklärt der Ratgeber zu Mängeln an der PV-Anlage.
So finden Sie den passenden Schutz für Ihre Anlage
- Melden Sie die geplante Anlage Ihrer Wohngebäudeversicherung, bevor die Montage beginnt.
- Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, welche Gefahren eingeschlossen sind.
- Prüfen Sie die Lücken, vor allem Diebstahl, Überspannung, Marderbiss und Ertragsausfall.
- Klären Sie, ob Ihre Haftpflicht Schäden durch die Anlage abdeckt.
- Holen Sie bei einer Anlage über 10 kWp auch ein Angebot für eine eigene Photovoltaikversicherung ein.
Häufige Fragen
Ist eine Solaranlage über die Wohngebäudeversicherung versichert?
Eine Solaranlage ist über die Wohngebäudeversicherung nur versichert, wenn Sie sie dem Versicherer melden. Das sollten Sie vor der Montage tun, denn die Anlage gilt als höheres Risiko. Meist kostet der Einschluss einen kleinen Aufpreis.
Brauche ich eine eigene Photovoltaikversicherung?
Eine eigene Photovoltaikversicherung lohnt sich nach der Verbraucherzentrale meist erst für Anlagen über 10 kWp. Sie zahlt auch bei Diebstahl, Kurzschluss, Marderbiss und Ertragsausfall. Bei kleineren Anlagen reicht oft der Einschluss in die Wohngebäudeversicherung.
Was kostet eine Versicherung für eine Solaranlage im Jahr?
Eine Versicherung für eine Solaranlage kostet nach der Beratungsgesellschaft co2online etwa 70 bis 100 Euro im Jahr. Der Preis hängt von der Größe der Anlage und vom Umfang des Schutzes ab. Vergleichen Sie, welche Schäden eingeschlossen sind.
Wer zahlt, wenn ein Modul meiner Solaranlage einen Schaden anrichtet?
Richtet ein Modul Ihrer Solaranlage einen Schaden an, zahlt Ihre Haftpflichtversicherung, wenn sie die Anlage einschließt. Prüfen Sie das bei der privaten Haftpflicht oder der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Sonst gibt es eigene Haftpflichtversicherungen für Betreiber von Solaranlagen.
Ist eine Versicherung für eine Solaranlage Pflicht?
Nein, eine Versicherung für eine Solaranlage ist keine Pflicht. Bezahlen Sie die Anlage aber mit einem Kredit, schreibt die Bank sie oft vor. Weil die Anlage viel kostet und auf dem Dach Wind und Wetter ausgesetzt ist, ist eine Versicherung trotzdem sinnvoll.
