So rechnet sich eine Solaranlage mit 10 kWp
Eine Solaranlage bringt Ihnen auf zwei Wegen Geld. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, müssen Sie nicht für 37 Cent kaufen, so viel zahlt ein Haushalt 2026 im Schnitt. Für jede Kilowattstunde, die ins Netz geht, zahlt Ihnen der Netzbetreiber 7,70 Cent, wenn die Anlage bis Ende 2026 startet.
Nehmen wir ein Süddach in der Mitte Deutschlands, etwa in Kassel. Dort erzeugt 1 kWp nach dem Solarrechner der EU-Kommission rund 1.020 Kilowattstunden im Jahr, eine Anlage mit 10 kWp also rund 10.200. Verbrauchen Sie 30 Prozent davon selbst, sparen Sie rund 1.130 Euro. Der Rest geht ins Netz und bringt rund 550 Euro.
Zusammen sind das rund 1.680 Euro im Jahr. Die Anlage kostet nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale rund 14.100 Euro. Ziehen Sie 1,5 Prozent laufende Kosten im Jahr ab, also rund 210 Euro, hat sich die Anlage nach rund 9,6 Jahren bezahlt gemacht. Ohne laufende Kosten wären es 8,4 Jahre.
Danach verdient die Anlage. Rechnen Sie mit 20 Jahren und einem gleichbleibenden Strompreis, bleiben nach Abzug des Kaufpreises rund 15.300 Euro. Läuft die Anlage länger, kommt die Ersparnis danach dazu, die feste Vergütung aber nicht mehr.
Diese drei Zahlen entscheiden, ob sich Ihre Anlage lohnt
Ob sich Ihre Anlage nach 6 oder nach 12 Jahren bezahlt macht, hängt vor allem an drei Zahlen. Das sind der Anteil, den Sie selbst verbrauchen, der Preis der Anlage und Ihr eigener Strompreis.
Im Beispiel dauert es 9,6 Jahre. Verbrauchen Sie nur 20 Prozent selbst, sind es 12,0 Jahre, bei 40 Prozent nur 8,0 Jahre. Kostet die Anlage 9.000 statt 14.100 Euro, sind es 5,8 Jahre. Zahlen Sie 30 statt 37 Cent für Strom, dauert es 11,2 Jahre.
| Was sich ändert | Ertrag im Jahr | Bis die Anlage bezahlt ist |
|---|---|---|
| Beispiel mit 30 Prozent Eigenverbrauch, 37 Cent und 14.100 Euro | 1.680 Euro | 9,6 Jahre |
| nur 20 Prozent Eigenverbrauch | 1.380 Euro | 12,0 Jahre |
| 40 Prozent Eigenverbrauch | 1.980 Euro | 8,0 Jahre |
| Strompreis 30 statt 37 Cent | 1.470 Euro | 11,2 Jahre |
| Anlage für 9.000 Euro | 1.680 Euro | 5,8 Jahre |
| Anlage für 15.000 Euro | 1.680 Euro | 10,3 Jahre |
Den Eigenverbrauch bestimmen Sie zum Teil selbst. Haushalte ohne Speicher verbrauchen nach Fraunhofer ISE 20 bis 40 Prozent ihres Solarstroms, mit Speicher etwa doppelt so viel. Wer Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lässt, hebt den Anteil ohne Kosten.
Beim Preis lohnt der Vergleich. Je nach Größe kostet eine Dachanlage 1.010 bis 2.090 Euro je kWp, und kleine Anlagen sind je kWp deutlich teurer. Was in ein gutes Angebot gehört, erklärt der Ratgeber dazu, was eine Photovoltaikanlage pro kWp kostet.
Der Eigenverbrauch zählt mehr als die Vergütung
Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 37 Cent, eine eingespeiste bringt 7,70 Cent. Selbst verbrauchter Strom ist damit fast fünfmal so viel wert. Im Beispiel kommen deshalb rund zwei Drittel des Ertrags aus der Ersparnis und nur ein Drittel aus der Vergütung.
Strom aus der eigenen Dachanlage kostet über die ganze Laufzeit nach Fraunhofer ISE 6 bis 14 Cent je Kilowattstunde, Betrieb und Wertverlust eingerechnet. Jede Kilowattstunde, die Sie statt aus dem Netz vom Dach nehmen, ist also ein Gewinn. Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto heben den Eigenverbrauch und damit den Ertrag.
- Ein Speicher verschiebt Solarstrom in den Abend, kostet aber 360 bis 510 Euro je Kilowattstunde Speicherplatz.
- Ein Elektroauto, das tagsüber zu Hause lädt, nimmt große Mengen Solarstrom auf.
- Eine Wärmepumpe braucht viel Strom, den meisten aber im Winter, wenn die Anlage wenig liefert.
- Eine Anlage nach Osten und Westen liefert morgens und abends mehr und passt deshalb oft gut zum Verbrauch.
Warum der Start bis Ende 2026 zählt
Die Bundesregierung will die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen abschaffen. Am 7. September 2026 hat sie dem Bundestag einen Gesetzentwurf vorgelegt, der ab 1. Januar 2027 gelten soll. Beschlossen ist er noch nicht.
Nach dem Entwurf bekommen Anlagen, die ab 2027 starten, höchstens 36 Monate lang eine Übergangszahlung, die unter der heutigen Vergütung liegt. Danach verkauft ein Dienstleister den Strom an der Börse. Kleine und mittlere Dachanlagen sollen ihre Einspeisung außerdem dauerhaft auf die Hälfte ihrer Leistung begrenzen.
Im Beispiel macht die Vergütung rund 550 der 1.680 Euro im Jahr aus. Wer 2027 baut, kann mit diesem Teil nicht mehr fest rechnen. Für ihn zählt der Eigenverbrauch noch mehr, und ein Speicher wird wichtiger.
Steuern und Förderung verbessern die Rechnung
Auf Kauf und Montage der Anlage zahlen Sie keine Umsatzsteuer, wenn sie auf oder bei einem Wohnhaus steht. Der Preis aus dem Beispiel ist deshalb schon der Endpreis. Die Einnahmen aus Einspeisung und Eigenverbrauch sind bis 30 kWp je Wohnung von der Einkommensteuer befreit.
Was es 2026 an Krediten und Zuschüssen von Bund, Ländern und Gemeinden gibt, erklärt der Ratgeber zur Förderung. Ob Sie die Anlage bar zahlen, finanzieren oder mieten, verändert die Rechnung ebenfalls. Bei einer Mietanlage zahlen Sie über viele Jahre eine monatliche Rate und meist deutlich mehr als beim Kauf.
Wann sich eine Solaranlage kaum lohnt
In einigen Fällen geht die Rechnung nicht auf oder dauert deutlich länger. Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie Angebote einholen.
- Das Dach zeigt nach Norden. Dort liefert eine Anlage nach dem Solarrechner der EU-Kommission nur rund 53 Prozent dessen, was ein Süddach bringt.
- Bäume oder Nachbarhäuser werfen viel Schatten aufs Dach. Dann sinkt der Ertrag, und der Solarteur sollte den Schatten vor dem Angebot prüfen.
- Das Dach muss in wenigen Jahren erneuert werden. Dann müssen die Module ab- und wieder aufgebaut werden, das kostet zusätzlich.
- Sie brauchen tagsüber kaum Strom und bauen erst 2027. Dann fehlt die feste Vergütung, und der Eigenverbrauch bleibt klein.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage 2026 noch?
Ja, eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach lohnt sich 2026 in den meisten Fällen. Eine Anlage mit 10 kWp in der Mitte Deutschlands bringt rund 1.680 Euro im Jahr und hat sich nach knapp 10 Jahren bezahlt gemacht. Wer bis Ende 2026 startet, bekommt 20 Jahre feste Vergütung.
Nach wie vielen Jahren hat sich eine Solaranlage bezahlt gemacht?
Eine Solaranlage mit 10 kWp hat sich im Beispiel nach rund 9,6 Jahren bezahlt gemacht, bei 30 Prozent Eigenverbrauch und 37 Cent Strompreis. Bei 40 Prozent Eigenverbrauch sind es rund 8 Jahre, bei 20 Prozent rund 12 Jahre. Der Preis der Anlage verschiebt das Ergebnis am stärksten.
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch ohne Speicher?
Ja, eine Photovoltaikanlage lohnt sich auch ohne Speicher. Das Beispiel mit 10 kWp und 30 Prozent Eigenverbrauch kommt ganz ohne Speicher auf knapp 10 Jahre bis zur Rückzahlung. Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch, kostet aber 360 bis 510 Euro je Kilowattstunde Speicherplatz.
Lohnt sich eine Solaranlage, wenn sie erst 2027 in Betrieb geht?
Eine Solaranlage, die 2027 startet, lohnt sich vor allem über den Eigenverbrauch. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung soll die feste Vergütung für neue Anlagen entfallen, beschlossen ist das noch nicht. Planen Sie deshalb so, dass Sie möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen.
Wie viel Geld bringt eine Photovoltaikanlage über 20 Jahre?
Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp bringt im Beispiel über 20 Jahre nach Abzug des Kaufpreises rund 15.300 Euro. Gerechnet ist mit 30 Prozent Eigenverbrauch, 37 Cent Strompreis und 1,5 Prozent laufenden Kosten im Jahr. Steigt der Strompreis, wird es mehr.
