So viel Strom liefert 1 kWp in Ihrer Region
Die Abkürzung kWp steht für Kilowatt peak, die Höchstleistung der Module unter genormten Testbedingungen. Wie viele Kilowattstunden daraus im Jahr werden, hängt vor allem davon ab, wie viel Sonne auf Ihr Dach fällt. Fachleute nennen diese Zahl den Ertrag je kWp.
Nach dem Solarrechner PVGIS der EU-Kommission bringt 1 kWp auf einem Süddach mit 35 Grad Neigung in Hamburg rund 990 Kilowattstunden im Jahr. In Kassel sind es rund 1.020, in Berlin rund 1.060 und in München rund 1.140 Kilowattstunden. Der ADAC nennt für ganz Deutschland eine Spanne von 800 bis 1.200 Kilowattstunden.
| Ort | Ertrag je kWp | Anlage mit 10 kWp |
|---|---|---|
| Hamburg | 990 Kilowattstunden | 9.900 Kilowattstunden |
| Kassel | 1.020 Kilowattstunden | 10.200 Kilowattstunden |
| Rostock | 1.030 Kilowattstunden | 10.300 Kilowattstunden |
| Köln | 1.040 Kilowattstunden | 10.400 Kilowattstunden |
| Berlin | 1.060 Kilowattstunden | 10.600 Kilowattstunden |
| Freiburg | 1.120 Kilowattstunden | 11.200 Kilowattstunden |
| München | 1.140 Kilowattstunden | 11.400 Kilowattstunden |
Die Werte gelten für ein Dach ohne Schatten. PVGIS zieht dabei 14 Prozent für Verluste in Kabeln und Wechselrichter ab. Im Süden scheint die Sonne kräftiger, deshalb liefert eine Anlage in München rund 15 Prozent mehr als dieselbe Anlage in Hamburg.
So viel Ertrag kostet eine andere Dachseite
Ein Dach nach Südosten oder Südwesten bringt nach PVGIS rund 94 Prozent dessen, was ein Süddach liefert. Ein Dach nach Osten oder Westen bringt 79 bis 80 Prozent, ein Norddach nur 53 Prozent. Eine Anlage mit 10 kWp in Kassel liefert damit nach Süden rund 10.200 Kilowattstunden, nach Osten rund 8.100 und nach Norden rund 5.400.
| Dachseite zeigt nach | Anteil am Ertrag nach Süden | Anlage mit 10 kWp |
|---|---|---|
| Süden | 100 Prozent | 10.200 Kilowattstunden |
| Südosten oder Südwesten | 94 Prozent | 9.600 Kilowattstunden |
| Osten | 80 Prozent | 8.100 Kilowattstunden |
| Westen | 79 Prozent | 8.100 Kilowattstunden |
| Norden | 53 Prozent | 5.400 Kilowattstunden |
Bei steilen Dächern ist der Abstand größer. Fraunhofer ISE nennt für ein Westdach mit 45 Grad Neigung rund 26 Prozent weniger Ertrag als für ein Süddach mit derselben Neigung.
Ein Dach nach Osten und Westen kann sich trotzdem lohnen. Die Anlage liefert dann morgens und am späten Nachmittag mehr Strom, wenn viele Haushalte ihn brauchen. Liegt schon ein Süddach voll, sind weitere Module auf der Westseite nach Fraunhofer ISE oft vergleichsweise günstig.
Die Neigung des Dachs ändert wenig
Bei einem Dach nach Süden liegt der höchste Ertrag bei rund 40 Grad Neigung. Zwischen 30 und 50 Grad verlieren Sie nach PVGIS höchstens 2 Prozent. Erst ein ganz flaches Dach mit 84 Prozent oder eine senkrechte Fassade mit 71 Prozent kosten spürbar Ertrag.
| Neigung | Anteil am höchsten Ertrag |
|---|---|
| 0 Grad, flach | 84 Prozent |
| 10 Grad | 91 Prozent |
| 20 Grad | 96 Prozent |
| 30 Grad | 99 Prozent |
| 40 Grad | 100 Prozent |
| 50 Grad | 98 Prozent |
| 60 Grad | 95 Prozent |
| 90 Grad, senkrecht | 71 Prozent |
Sehr flach liegende Module verschmutzen außerdem stärker. Fraunhofer ISE beobachtet das vor allem bei Neigungen unter 15 Grad, weil Regen den Schmutz dort schlechter abwäscht.
Im Juni liefert die Anlage fast fünfmal so viel wie im Dezember
Über das Jahr schwankt der Ertrag stark. Eine Anlage mit 10 kWp in Kassel liefert nach PVGIS im Juni rund 1.260 Kilowattstunden, im Dezember nur rund 260. Im Januar sind es rund 320, im April rund 1.190 und im Oktober rund 670 Kilowattstunden.
| Monat | Ertrag im Monat |
|---|---|
| Januar | 320 Kilowattstunden |
| April | 1.190 Kilowattstunden |
| Juni | 1.260 Kilowattstunden |
| Oktober | 670 Kilowattstunden |
| Dezember | 260 Kilowattstunden |
Im Winter deckt die Anlage deshalb nur einen kleinen Teil Ihres Verbrauchs, auch mit Speicher. Im Sommer erzeugt sie dagegen oft mehr, als Ihr Haushalt braucht. Wie sich das auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt, erklärt der Ratgeber, ob sich Photovoltaik 2026 lohnt.
Was den Ertrag über die Jahre senkt
Gute Module altern sehr langsam. Fraunhofer ISE hat an 44 Dachanlagen in Deutschland einen Verlust von rund 0,15 Prozent Leistung im Jahr gemessen. Hersteller garantieren meist, dass die Module nach 25 bis 30 Jahren höchstens 10 bis 15 Prozent ihrer Leistung verloren haben.
In den ersten Betriebstagen kommt bei vielen Modulen ein einmaliger Verlust von 1 bis 2 Prozent dazu. Größer sind die Verluste durch Schatten, durch Schmutz bei flachen Modulen und durch Fehler bei Montage oder Material. Lassen Sie Schatten deshalb vor dem Angebot prüfen, so wie es der Ratgeber erklärt, ob Ihr Dach für Photovoltaik geeignet ist.
So prüfen Sie die Ertragsprognose im Angebot
- Nehmen Sie den Wert für Ihre Region aus der Tabelle, etwa 1.020 Kilowattstunden je kWp für die Mitte Deutschlands.
- Multiplizieren Sie ihn mit der Leistung der Anlage in kWp.
- Ziehen Sie für Ihre Dachseite den Anteil aus der zweiten Tabelle ab, für Osten oder Westen also rund ein Fünftel.
- Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Prognose im Angebot.
- Liegt die Prognose deutlich höher, fragen Sie, mit welchem Programm und mit welchen Verlusten sie gerechnet ist.
Eine genaue Rechnung für Ihre Adresse macht der Solarrechner PVGIS der EU-Kommission kostenlos im Internet. Dort geben Sie Ort, Leistung, Neigung und Himmelsrichtung ein.
Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt 1 kWp im Jahr in Deutschland?
1 kWp erzeugt auf einem Süddach in Deutschland rund 990 bis 1.140 Kilowattstunden im Jahr. Im Norden, etwa in Hamburg, sind es rund 990, in München rund 1.140. Das zeigt der Solarrechner PVGIS der EU-Kommission für ein Dach ohne Schatten mit 35 Grad Neigung.
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage im Jahr?
Eine Anlage mit 10 kWp erzeugt auf einem Süddach rund 9.900 bis 11.400 Kilowattstunden im Jahr, je nach Region. In der Mitte Deutschlands, etwa in Kassel, sind es rund 10.200. Nach Osten oder Westen ausgerichtet sind es rund 8.100 Kilowattstunden.
Wie viel Ertrag verliert eine Ost-West-Anlage?
Eine Ost-West-Anlage bringt bei 35 Grad Neigung rund 79 Prozent des Ertrags eines Süddachs. Bei steilen Dächern mit 45 Grad ist der Verlust größer, Fraunhofer ISE nennt für ein Westdach rund 26 Prozent weniger. Dafür liefert die Anlage morgens und abends mehr Strom.
Welche Dachneigung ist für eine Solaranlage am besten?
Am meisten bringt eine Solaranlage auf einem Süddach mit rund 40 Grad Neigung. Zwischen 30 und 50 Grad verlieren Sie höchstens 2 Prozent. Ein flaches Dach liefert rund 84 Prozent, eine senkrechte Fassade rund 71 Prozent.
Wie stark lässt der Ertrag einer Solaranlage mit den Jahren nach?
Der Ertrag einer Solaranlage lässt nur langsam nach. Fraunhofer ISE hat an Dachanlagen einen Verlust von rund 0,15 Prozent Leistung im Jahr gemessen. Hersteller garantieren meist, dass nach 25 bis 30 Jahren noch 85 bis 90 Prozent der Leistung da sind.
