Was eine Solaranlage je kWp kostet
Der Preis je kWp sinkt, je größer die Anlage wird. Die Abkürzung kWp steht für Kilowatt peak, die Leistung der Module unter genormten Testbedingungen. Mit dieser Zahl rechnen Solarteure Preis und Ertrag. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen hat dafür 71 echte Angebote von Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet.
Eine kleine Anlage mit 4 bis 6 kWp kostet im Mittel 2.090 Euro je kWp, eine mit 9 bis 10 kWp 1.410 Euro. Über 16 kWp sind es nur noch 1.010 Euro je kWp. Die Preise gelten ohne Speicher und ohne Arbeiten an der Hauselektrik.
| Größe der Anlage | Preis je kWp | Gesamtpreis, gerechnet |
|---|---|---|
| 4 bis 6 kWp | 2.090 Euro | 8.360 bis 12.540 Euro |
| über 6 bis 8 kWp | 1.820 Euro | 10.920 bis 14.560 Euro |
| über 8 bis 9 kWp | 1.520 Euro | 12.160 bis 13.680 Euro |
| über 9 bis 10 kWp | 1.410 Euro | 12.690 bis 14.100 Euro |
| über 10 bis 12 kWp | 1.290 Euro | 12.900 bis 15.480 Euro |
| über 12 bis 14 kWp | 1.240 Euro | 14.880 bis 17.360 Euro |
| über 14 bis 16 kWp | 1.220 Euro | 17.080 bis 19.520 Euro |
| über 16 kWp | 1.010 Euro | ab 16.160 Euro |
Die Gesamtpreise sind aus Preis je kWp und Größe gerechnet. Sie zeigen die Größenordnung für die erste Anfrage. Verbindlich wird ein Preis erst mit einem Angebot, für das der Betrieb Ihr Dach gesehen hat.
Warum kleine Anlagen je kWp teurer sind
Ein Teil der Kosten fällt unabhängig von der Zahl der Module an. Der Betrieb braucht ein Gerüst, einen Tag Anfahrt, einen Wechselrichter, den Anschluss am Zählerschrank und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Diese Posten kosten bei einer kleinen Anlage fast so viel wie bei einer großen. Verteilt auf wenige Module ergibt das einen hohen Preis je kWp.
Die Module selbst sind der kleinere Teil der Rechnung. Nach Fraunhofer ISE sind ihre Preise seit dem Jahr 2000 um 98 Prozent gefallen. Fertig montierte Dachanlagen wurden ebenfalls deutlich günstiger, konnten aber nicht mithalten. Was heute den Preis macht, ist vor allem die Arbeit auf dem Dach und am Zählerschrank.
Ein paar Module mehr kosten deshalb wenig zusätzlich, ein zweiter Montagetermin kostet Gerüst und Anfahrt noch einmal. Erwarten Sie später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, ist die größere Anlage oft die günstigere Wahl. Welche Größe dann passt, erklärt der Ratgeber zur PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto.
Was ein Batteriespeicher zusätzlich kostet
Ein Speicher mit 4 bis 6 Kilowattstunden kostet im Mittel 510 Euro je Kilowattstunde, einer mit 12 bis 16 Kilowattstunden nur 360 Euro. Für einen Speicher mit 8 bis 10 Kilowattstunden zahlen Sie also 3.280 bis 4.100 Euro. Die Verbraucherzentrale hat dafür 70 Angebote aus derselben Zeit ausgewertet.
| Speicherplatz | Preis je Kilowattstunde | Gesamtpreis, gerechnet |
|---|---|---|
| 4 bis 6 Kilowattstunden | 510 Euro | 2.040 bis 3.060 Euro |
| über 6 bis 8 Kilowattstunden | 480 Euro | 2.880 bis 3.840 Euro |
| über 8 bis 10 Kilowattstunden | 410 Euro | 3.280 bis 4.100 Euro |
| über 10 bis 12 Kilowattstunden | 390 Euro | 3.900 bis 4.680 Euro |
| über 12 bis 16 Kilowattstunden | 360 Euro | 4.320 bis 5.760 Euro |
Der Größeneffekt hat einen einfachen Grund. Die Steuereinheit eines Speichers kostet immer gleich viel, jedes weitere Batteriemodul nur seinen eigenen Preis. Die Beratungsgesellschaft co2online nennt 700 Euro je Kilowattstunde als Grenze, über der sich ein Speicher kaum noch rechnet. Liegt ein Angebot darüber, fragen Sie, was darin steckt. Oft ist es eine Notstromfunktion.
9 Posten, die in jedes Angebot für eine Solaranlage gehören
Vergleichen können Sie Angebote nur, wenn jede Leistung einzeln mit Menge und Preis drinsteht. Eine Pauschalsumme verrät nicht, ob das Gerüst enthalten ist oder welcher Wechselrichter kommt.
- Module mit Hersteller, Typ, Stückzahl, Leistung je Modul und Garantie in Jahren.
- Wechselrichter mit Hersteller, Typ, Leistung und Wirkungsgrad. Er wandelt den Strom der Module in Haushaltsstrom um, und Ihr Ertrag hängt an ihm.
- Gestell mit der Befestigung für Ihre Dachziegel und dem Nachweis, dass Schnee und Wind für Ihren Ort geprüft sind.
- Gerüst mit der Zahl der Wochen und dem Preis jeder weiteren Woche.
- Elektroarbeiten mit Leitungswegen, Schutz vor Überspannung und Zählerschrank, falls nötig mit dessen Erneuerung.
- Speicher mit nutzbarem Speicherplatz in Kilowattstunden und Garantie, getrennt vom Anlagenpreis.
- Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag ins Marktstammdatenregister, mit der Angabe, wer beides übernimmt.
- Inbetriebnahme mit Messprotokoll über die elektrischen Prüfungen und Übergabe aller Unterlagen.
- Nebenkosten wie Anfahrt, Entsorgung der Verpackung, Dachdeckerarbeiten und ein Kran.
Fehlt ein Posten im Angebot, fehlt er nicht auf der Baustelle, sondern nur im Preis. Er kommt dann später als Nachtrag. Fragen Sie besonders nach dem Zählerschrank, denn muss er erneuert werden, ist das ein großer Posten.
Auf Anlage und Montage zahlen Sie keine Umsatzsteuer
Seit 2023 zahlen Sie auf Module, Speicher und Montage 0 Prozent Umsatzsteuer, wenn die Anlage auf oder bei einem Wohnhaus steht. Der Preis im Angebot ist deshalb zugleich der Endpreis. Vergleichen Sie ihn nicht mit Preislisten von vor 2023, die noch 19 Prozent enthielten.
Steht im Angebot auf die ganze Anlage 19 Prozent Umsatzsteuer, wendet der Betrieb den Nullsteuersatz nicht an. Fragen Sie nach, bevor Sie unterschreiben. Was genau ohne Steuer bleibt, erklärt der Ratgeber zum Nullsteuersatz für Ihre Solaranlage.
So holen Sie drei vergleichbare Angebote ein
Drei Angebote helfen nur, wenn alle dieselbe Leistung beschreiben. Sonst vergleichen Sie eine Anlage mit Speicher mit einer ohne und halten das für einen Preisunterschied.
- Lesen Sie Ihren Stromverbrauch im Jahr von der letzten Abrechnung ab und notieren Sie, wann Sie den meisten Strom brauchen.
- Fotografieren Sie Dach, Zählerschrank und Hausanschluss und notieren Sie Neigung, Himmelsrichtung und Art der Dachziegel.
- Schicken Sie allen Betrieben dieselbe Liste mit den neun Posten und bitten Sie um ein Angebot innerhalb von zwei Wochen.
- Bestehen Sie auf einem Termin vor Ort. Ein Angebot ohne Blick auf den Zählerschrank ist eine Schätzung.
- Lassen Sie sich in jedem Angebot den Preis je kWp ausrechnen, damit Sie ihn mit dem Preisindex vergleichen können.
- Fragen Sie, bei welchem Netzbetreiber der Betrieb als Installateur eingetragen ist.
- Vergleichen Sie die Endsummen erst zum Schluss und nur bei gleicher Zahl der Module und gleicher Speichergröße.
Hat der Betrieb Dach und Zählerschrank vor Ort gesehen?
Steht im Angebot ein fester Gesamtpreis mit allen Posten?
Festpreis. Lassen Sie Termin, Gerüstzeit und den Umgang mit Nachträgen schriftlich festhalten.
Kostenvoranschlag. Der Betrieb muss eine große Überschreitung sofort melden, dann dürfen Sie kündigen.
Geht es nur um eine erste Größenordnung?
Richtwert, kein Angebot. Holen Sie vor der Unterschrift ein Angebot nach einem Termin vor Ort ein.
Nicht unterschreiben. Ohne Termin vor Ort kennt niemand Ihren Zählerschrank und Ihr Dach.
Für einen Kostenvoranschlag darf der Betrieb nur Geld verlangen, wenn das vorher vereinbart ist. Fragen Sie vor dem Termin danach und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Was die Anlage jedes Jahr im Betrieb kostet
Nach der Montage bleiben laufende Kosten. Fraunhofer ISE setzt sie mit etwa 1 bis 2 Prozent des Anlagenpreises im Jahr an. Bei einer Anlage für 14.000 Euro sind das 140 bis 280 Euro im Jahr.
Die Beratungsgesellschaft co2online nennt die einzelnen Posten. Eine Versicherung kostet 70 bis 100 Euro im Jahr, eine Wartung alle vier Jahre 100 bis 300 Euro. Für den digitalen Zähler fallen rund 20 Euro im Jahr an, und für Reparaturen sollten Sie etwa 100 Euro im Jahr zurücklegen. Pflicht sind Versicherung und Wartung nicht.
Über die ganze Laufzeit kostet eine Kilowattstunde aus einer kleinen Dachanlage nach Fraunhofer ISE 6 bis 14 Cent, alle Kosten eingerechnet. Strom aus dem Netz kostet einen Haushalt 2026 im Schnitt 37 Cent. Daraus ergibt sich der Vorteil jeder Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp ohne Speicher?
Eine Photovoltaikanlage mit 9 bis 10 kWp kostet im Mittel 1.410 Euro je kWp, also rund 12.690 bis 14.100 Euro. Das zeigt der Preisindex der Verbraucherzentrale aus 71 echten Angeboten, Stand August 2026. Der Wert gilt ohne Speicher und ohne Arbeiten an der Hauselektrik.
Zahle ich auf eine Photovoltaikanlage Umsatzsteuer?
Nein, auf eine Photovoltaikanlage auf oder bei einem Wohnhaus zahlen Sie seit 2023 keine Umsatzsteuer. Das gilt für Module, Speicher und Montage. Eine Wallbox, eine Wärmepumpe und ein Wartungsvertrag kosten weiter 19 Prozent.
Was kostet ein Batteriespeicher je Kilowattstunde?
Ein Batteriespeicher kostet je nach Größe 360 bis 510 Euro je Kilowattstunde Speicherplatz. Das zeigt die Auswertung von 70 Angeboten durch die Verbraucherzentrale, Stand August 2026. Ein Speicher mit 8 bis 10 Kilowattstunden kostet damit 3.280 bis 4.100 Euro.
Ist ein Kostenvoranschlag für eine Solaranlage verbindlich?
Nein, ein Kostenvoranschlag für eine Solaranlage ist eine Schätzung. Zeichnet sich eine große Überschreitung ab, muss der Betrieb Sie sofort informieren, und Sie dürfen den Vertrag kündigen. Verbindlich ist nur ein vereinbarter Festpreis mit allen Posten.
Welche laufenden Kosten hat eine Photovoltaikanlage im Jahr?
Eine Photovoltaikanlage kostet im Betrieb nach Fraunhofer ISE etwa 1 bis 2 Prozent ihres Preises im Jahr. Die Beratungsgesellschaft co2online nennt 70 bis 100 Euro für die Versicherung, 100 bis 300 Euro für eine Wartung alle vier Jahre und rund 20 Euro für den digitalen Zähler. Dazu kommen etwa 100 Euro Rücklage für Reparaturen.
Warum ist eine kleine Photovoltaikanlage je kWp teurer?
Eine kleine Photovoltaikanlage ist je kWp teurer, weil Gerüst, Anfahrt, Wechselrichter und Anmeldung fast gleich viel kosten. Diese Kosten verteilen sich auf wenige Module. Deshalb kostet eine Anlage mit 4 bis 6 kWp im Mittel 2.090 Euro je kWp, eine über 16 kWp 1.010 Euro.
