Woran Sie ein geeignetes Dach erkennen
Die Verbraucherzentrale nennt drei Bedingungen. Das Dach sollte möglichst frei von Schatten sein, eine stabile Eindeckung haben und kein Asbest enthalten. Nicht nur Süddächer eignen sich. Auch Dächer nach Osten und Westen sowie Flachdächer kommen infrage, wenn kein Schatten auf sie fällt.
Die Leistung einer Anlage wird in kWp angegeben, das steht für Kilowatt-Peak, die Spitzenleistung der Module. Für 1 kWp brauchen Sie etwa 5 bis 7 Quadratmeter freie Fläche. Eine Anlage mit 10 kWp braucht also 50 bis 70 Quadratmeter, ohne Dachfenster, Schornstein und Randabstände.
Welche Dachseite wie viel Strom bringt
Am meisten Strom liefert ein Dach nach Süden mit etwa 30 Grad Neigung. Der Solarrechner PVGIS der EU-Kommission zeigt das für Kassel. Ein Dach nach Südost oder Südwest bringt rund 94 Prozent davon, ein Dach nach Osten 80 Prozent, nach Westen 79 Prozent und nach Norden nur 53 Prozent. Ist das Dach flacher als 25 Grad oder steiler als 60 Grad, verlieren Sie nach der Verbraucherzentrale bis zu 10 Prozent.
| Dachseite | Ertrag im Vergleich zum Süddach | Eignung |
|---|---|---|
| Süden | 100 Prozent | sehr gut |
| Südost oder Südwest | 94 Prozent | sehr gut |
| Osten | 80 Prozent | gut, Strom am Morgen |
| Westen | 79 Prozent | gut, Strom am Nachmittag |
| Norden | 53 Prozent | meist nicht lohnend |
Ein Ost-West-Dach liefert über das Jahr weniger, verteilt den Strom aber auf Morgen und Abend. Dann sind viele Menschen zu Hause, und Sie können mehr selbst nutzen. Oft lassen sich beide Dachseiten belegen. Mehr Zahlen zu Region und Neigung stehen im Ratgeber zum Ertrag pro kWp.
Schatten auf dem Dach kostet viel Ertrag
Noch wichtiger als die Richtung ist, dass kein Schatten auf die Module fällt. Bäume, Schornsteine, Gauben und Nachbarhäuser werfen Schatten, und der wandert mit Tages- und Jahreszeit. Schon ein kleiner Schatten auf einem Teil eines Moduls kann dessen Leistung stark senken.
Liegt ein Teil des Dachs zeitweise im Schatten oder zeigen die Module in verschiedene Richtungen, können Wechselrichter an jedem Modul oder sogenannte Optimierer den Ertrag verbessern. Sie kosten aber mehr. Fragen Sie den Solarteur, welchen Schatten er gesehen hat und was er an Ertrag kostet.
Trägt das Dach die Solaranlage?
Module wiegen etwa 10 bis 15 Kilogramm je Quadratmeter, ein einzelnes Modul 16 bis 24 Kilogramm. Dazu kommen Wind und Schnee. Die Unterkonstruktion des Dachs muss all das tragen. Auf Flachdächern werden die Gestelle oft mit Steinplatten beschwert, und dieses Gewicht kommt noch hinzu.
Ob ein Statiker das Dach prüfen muss, entscheidet der Planer der Anlage nach dem Termin vor Ort. Eine Berechnung der Statik macht ein Statiker, nicht der Solarteur. Fragen Sie im Angebot nach, ob die Statik geprüft wurde und von wem.
Prüfen Sie auch den Zustand der Eindeckung. Eine Solaranlage bleibt 20 Jahre und länger auf dem Dach. Steht eine Sanierung des Dachs bald an, planen Sie beides zusammen. Die Verbraucherzentrale nennt eine bald fällige Dachsanierung als Grund, mit einer großen Anlage noch zu warten. Bei einem Neubau oder einer Sanierung können Module auch in das Dach eingebaut werden statt darauf.
Was der Solarteur beim Termin vor Ort prüfen sollte
Ein seriöses Angebot gibt es nur nach einem Blick aufs Dach. Standardpakete passen nicht auf jedes Haus. Achten Sie darauf, dass der Solarteur beim Termin diese Punkte ansieht und im Angebot beantwortet.
- Ausrichtung, Neigung und nutzbare Fläche jeder Dachseite
- Schatten durch Bäume, Schornstein, Gauben und Nachbarhäuser
- Zustand von Ziegeln, Sparren und Dachhaut, und ob Asbest verbaut ist
- Ob ein Statiker die Tragfähigkeit prüfen muss
- Weg der Kabel ins Haus und Platz für Wechselrichter und Speicher
- Ob der Zählerschrank für die Anlage umgebaut werden muss
Für kleinere Anlagen auf Gebäuden braucht es in den meisten Ländern keine Baugenehmigung. Denkmalschutz oder ein Bebauungsplan können aber etwas anderes verlangen. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach. Wie es nach dem Termin weitergeht, zeigt der Ratgeber zum Solarteur beauftragen.
Häufige Fragen
Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?
Ihr Dach ist für Photovoltaik geeignet, wenn es zwischen Ost, Süd und West zeigt, kaum Schatten hat und stabil und asbestfrei gedeckt ist. Ob es die Last trägt, prüft der Solarteur vor Ort. Je kWp brauchen Sie 5 bis 7 Quadratmeter.
Lohnt sich Photovoltaik auf einem Ost-West-Dach?
Ja, ein Ost-West-Dach bringt rund 80 Prozent des Ertrags eines Süddachs. Dafür verteilt sich der Strom auf Morgen und Abend, und Sie nutzen mehr selbst. Oft lassen sich beide Dachseiten belegen.
Eignet sich ein Norddach für Photovoltaik?
Ein Norddach eignet sich meist nicht für Photovoltaik. Es bringt bei 35 Grad Neigung nur rund 53 Prozent des Ertrags eines Süddachs. Prüfen Sie zuerst die anderen Dachseiten.
Wie viel Dachfläche brauche ich für eine Solaranlage?
Für eine Solaranlage brauchen Sie je kWp etwa 5 bis 7 Quadratmeter freie Dachfläche. Eine Anlage mit 10 kWp braucht also 50 bis 70 Quadratmeter. Dachfenster, Schornstein und Randabstände zählen nicht mit.
Brauche ich für eine Solaranlage einen Statiker?
Ob Sie einen Statiker brauchen, entscheidet der Planer der Solaranlage nach dem Termin vor Ort. Das Dach muss Module, Gestell, Wind und Schnee tragen. Bei Flachdächern mit beschwerten Gestellen ist die Prüfung besonders wichtig.
