PV-Anlagenmonteure

Ratgeber

Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?

Veröffentlicht am

Ihr Dach ist für Photovoltaik geeignet, wenn es zwischen Ost, Süd und West zeigt, kaum Schatten hat und stabil und asbestfrei gedeckt ist. Ein Ost- oder Westdach bringt rund 20 Prozent weniger als ein Süddach, ein Norddach fast die Hälfte weniger. Je kWp brauchen Sie 5 bis 7 Quadratmeter. Die Tragfähigkeit prüft der Solarteur vor Ort.

Ertrag eines Ost- oder Westdachs
rund 80 Prozent eines Süddachs
PVGIS der EU-Kommission, Kassel, 35 Grad, Stand 2. Oktober 2026
Dachfläche je kWp
5 bis 7 Quadratmeter
Verbraucherzentrale, Stand 26. August 2026
Verlust bei flachem oder steilem Dach
bis zu 10 Prozent
Verbraucherzentrale, unter 25 oder über 60 Grad, Stand 26. August 2026
Ziegeldach eines Einfamilienhauses mit Schornstein, ein großer Baum wirft Schatten auf einen Teil des Dachs.
Schatten kostet oft mehr Ertrag als eine ungünstige Dachseite. Bild: KI generiert.

Woran Sie ein geeignetes Dach erkennen

Die Verbraucherzentrale nennt drei Bedingungen. Das Dach sollte möglichst frei von Schatten sein, eine stabile Eindeckung haben und kein Asbest enthalten. Nicht nur Süddächer eignen sich. Auch Dächer nach Osten und Westen sowie Flachdächer kommen infrage, wenn kein Schatten auf sie fällt.

Die Leistung einer Anlage wird in kWp angegeben, das steht für Kilowatt-Peak, die Spitzenleistung der Module. Für 1 kWp brauchen Sie etwa 5 bis 7 Quadratmeter freie Fläche. Eine Anlage mit 10 kWp braucht also 50 bis 70 Quadratmeter, ohne Dachfenster, Schornstein und Randabstände.

Welche Dachseite wie viel Strom bringt

Am meisten Strom liefert ein Dach nach Süden mit etwa 30 Grad Neigung. Der Solarrechner PVGIS der EU-Kommission zeigt das für Kassel. Ein Dach nach Südost oder Südwest bringt rund 94 Prozent davon, ein Dach nach Osten 80 Prozent, nach Westen 79 Prozent und nach Norden nur 53 Prozent. Ist das Dach flacher als 25 Grad oder steiler als 60 Grad, verlieren Sie nach der Verbraucherzentrale bis zu 10 Prozent.

Ertrag je Dachseite im Vergleich zum Süddach, bei 35 Grad Neigung in Kassel. Quelle: PVGIS 5.3 der EU-Kommission, abgerufen am 2. Oktober 2026.
DachseiteErtrag im Vergleich zum SüddachEignung
Süden100 Prozentsehr gut
Südost oder Südwest94 Prozentsehr gut
Osten80 Prozentgut, Strom am Morgen
Westen79 Prozentgut, Strom am Nachmittag
Norden53 Prozentmeist nicht lohnend

Ein Ost-West-Dach liefert über das Jahr weniger, verteilt den Strom aber auf Morgen und Abend. Dann sind viele Menschen zu Hause, und Sie können mehr selbst nutzen. Oft lassen sich beide Dachseiten belegen. Mehr Zahlen zu Region und Neigung stehen im Ratgeber zum Ertrag pro kWp.

Schatten auf dem Dach kostet viel Ertrag

Noch wichtiger als die Richtung ist, dass kein Schatten auf die Module fällt. Bäume, Schornsteine, Gauben und Nachbarhäuser werfen Schatten, und der wandert mit Tages- und Jahreszeit. Schon ein kleiner Schatten auf einem Teil eines Moduls kann dessen Leistung stark senken.

Liegt ein Teil des Dachs zeitweise im Schatten oder zeigen die Module in verschiedene Richtungen, können Wechselrichter an jedem Modul oder sogenannte Optimierer den Ertrag verbessern. Sie kosten aber mehr. Fragen Sie den Solarteur, welchen Schatten er gesehen hat und was er an Ertrag kostet.

Trägt das Dach die Solaranlage?

Module wiegen etwa 10 bis 15 Kilogramm je Quadratmeter, ein einzelnes Modul 16 bis 24 Kilogramm. Dazu kommen Wind und Schnee. Die Unterkonstruktion des Dachs muss all das tragen. Auf Flachdächern werden die Gestelle oft mit Steinplatten beschwert, und dieses Gewicht kommt noch hinzu.

Ob ein Statiker das Dach prüfen muss, entscheidet der Planer der Anlage nach dem Termin vor Ort. Eine Berechnung der Statik macht ein Statiker, nicht der Solarteur. Fragen Sie im Angebot nach, ob die Statik geprüft wurde und von wem.

Prüfen Sie auch den Zustand der Eindeckung. Eine Solaranlage bleibt 20 Jahre und länger auf dem Dach. Steht eine Sanierung des Dachs bald an, planen Sie beides zusammen. Die Verbraucherzentrale nennt eine bald fällige Dachsanierung als Grund, mit einer großen Anlage noch zu warten. Bei einem Neubau oder einer Sanierung können Module auch in das Dach eingebaut werden statt darauf.

Was der Solarteur beim Termin vor Ort prüfen sollte

Ein seriöses Angebot gibt es nur nach einem Blick aufs Dach. Standardpakete passen nicht auf jedes Haus. Achten Sie darauf, dass der Solarteur beim Termin diese Punkte ansieht und im Angebot beantwortet.

  • Ausrichtung, Neigung und nutzbare Fläche jeder Dachseite
  • Schatten durch Bäume, Schornstein, Gauben und Nachbarhäuser
  • Zustand von Ziegeln, Sparren und Dachhaut, und ob Asbest verbaut ist
  • Ob ein Statiker die Tragfähigkeit prüfen muss
  • Weg der Kabel ins Haus und Platz für Wechselrichter und Speicher
  • Ob der Zählerschrank für die Anlage umgebaut werden muss

Für kleinere Anlagen auf Gebäuden braucht es in den meisten Ländern keine Baugenehmigung. Denkmalschutz oder ein Bebauungsplan können aber etwas anderes verlangen. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach. Wie es nach dem Termin weitergeht, zeigt der Ratgeber zum Solarteur beauftragen.

Häufige Fragen

Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?

Ihr Dach ist für Photovoltaik geeignet, wenn es zwischen Ost, Süd und West zeigt, kaum Schatten hat und stabil und asbestfrei gedeckt ist. Ob es die Last trägt, prüft der Solarteur vor Ort. Je kWp brauchen Sie 5 bis 7 Quadratmeter.

Lohnt sich Photovoltaik auf einem Ost-West-Dach?

Ja, ein Ost-West-Dach bringt rund 80 Prozent des Ertrags eines Süddachs. Dafür verteilt sich der Strom auf Morgen und Abend, und Sie nutzen mehr selbst. Oft lassen sich beide Dachseiten belegen.

Eignet sich ein Norddach für Photovoltaik?

Ein Norddach eignet sich meist nicht für Photovoltaik. Es bringt bei 35 Grad Neigung nur rund 53 Prozent des Ertrags eines Süddachs. Prüfen Sie zuerst die anderen Dachseiten.

Wie viel Dachfläche brauche ich für eine Solaranlage?

Für eine Solaranlage brauchen Sie je kWp etwa 5 bis 7 Quadratmeter freie Dachfläche. Eine Anlage mit 10 kWp braucht also 50 bis 70 Quadratmeter. Dachfenster, Schornstein und Randabstände zählen nicht mit.

Brauche ich für eine Solaranlage einen Statiker?

Ob Sie einen Statiker brauchen, entscheidet der Planer der Solaranlage nach dem Termin vor Ort. Das Dach muss Module, Gestell, Wind und Schnee tragen. Bei Flachdächern mit beschwerten Gestellen ist die Prüfung besonders wichtig.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Photovoltaik, was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist, Voraussetzungen, Ausrichtung, Neigung, Fläche und Baugenehmigung, Stand 26. August 2026, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,
  2. PVGIS 5.3, Ertrag je Dachseite für Kassel, 35 Grad Neigung, 14 Prozent Systemverluste, Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle (JRC),
  3. Photovoltaik, welches Dach ist geeignet, Gewicht der Module, Statik und Termin vor Ort, co2online gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH,
  4. Checkliste, Vergleich von Photovoltaik-Angeboten, Modulwechselrichter und Optimierer bei Teilverschattung, Juli 2024, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen,
  5. Steckersolar, Solarstrom vom Balkon, Verschattung und anstehende Dachsanierung, Stand 24. Juli 2026, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherzentralen der Länder,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Betriebe stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

Korrekturweg

Eine falsche Adresse, einen geschlossenen Betrieb oder einen Eintrag, der gar kein Elektro- oder Solarbetrieb ist, melden Sie über das Kontaktformular. Wir gleichen die Meldung mit der Quelle ab und korrigieren belegte Fehler auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.